Ganz gleich was Sie vorhaben – ein hübsches Sommerkleid aus dem Lieblingsstoff zaubern oder die Garderobe des Sohnes ausbessern und ergänzen. Selbst zu nähen liegt im Trend. Mit ein klein wenig Übung und der passenden Nähmaschine sind Näharbeiten im Handumdrehen erledigt. Doch worauf sollte man bei der Wahl der richtigen Nähmaschine achten? Und was muss diese alles besitzen? Im nachfolgenden versuchen wir ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Aller Anfang ist schwer

Singer NähmaschineNähen ist nicht nur eine gute Möglichkeit, um Geld zu sparen. Für viele, die sich gerne selbst an die Nähmaschine setzen, ist das Nähen auch ein entspannender Zeitvertreib und eine willkommene Möglichkeit, um die eigene Persönlichkeit kreativ zum Ausdruck zu bringen. Denn Kreativität ist in: Viele Menschen wollen ihre individuelle Bekleidung nach eigenem Geschmack entwerfen und schneidern.

Das Wichtigste für Anfänger auf diesem Gebiet ist, dass sie sich mit der ausgewählten Nähmaschine auch wohlfühlen und von den Funktionen nicht überfordert werden. Die Maschine sollte auf jeden Fall auch für Anfänger problemlos zu bedienen sein. Das erfordert eine leicht verständliche Betriebsanleitung mit genauer Erklärung der einzelnen Funktionen.

Die Nähmaschine sollte natürlich alle Grundfunktionen beherrschen, um ein sauberes und ordentliches Nähen zu ermöglichen. Dazu gehört nicht nur das Beherrschen von Nutz-, Elastik-, und Zierstichen, sondern auch die Zuverlässigkeit der Nähmaschine. Günstig für Nähanfänger ist ein sogenannter „Langsam-Näh-Modus“. Mit diesem ist es einfach, den Überblick zu behalten. Außerdem sollten die angebrachten Symbole leicht erkennbar und auch verständlich sein.

So funktioniert die Nähmaschine

Eine Nähmaschine funktioniert mit mindestens zwei Fäden: Dem Ober- und Unterfaden. Dabei wird der Oberfaden in das Gerät eingespannt und danach in das Nadelöhr eingefädelt. Der Unterfaden befindet sich auf der Spule unter dem Nähfuß. Beim Nähvorgang verknüpft die Nähmaschine beide Fäden auf folgende Art und Weise:

  • Die Nadel schiebt anfangs den Oberfaden von oben her durch.

  • Danach wird die entstehende Fadenschlinge an der Unterseite über einen sogenannten Fadengreifer mit dem Unterfaden verbunden.

  • Dadurch wird der Oberfaden fest und die entstandene Naht fixiert.

  • Der Oberfaden bildet dann schlussendlich die Naht, die man außen am Kleidungsstück sieht.

Wichtige Ausstattungsmerkmale

Brother Nähmaschine mit PatchworkfußZiehen Sie beim Kauf einer Nähmaschine in Betracht, dass ein Anfänger in der Regel nicht alle Funktionen benötigt, die ein Profi bei täglicher Verwendung braucht. Dennoch sollten Sie auf einige Grundfunktionen Wert legen:

  • Sticharten: Im Prinzip können alle Nähmaschinen jeweils zwei unterschiedliche Stiche nähen. Einen einfachen Geradstich zum Zusammennähen und einen Zickzackstich, der hauptsächlich für elastische Nähte und für saubere Kanten genutzt wird. Aus der Kombinationen dieser beider Stiche entstehen in weiterer Folge dann die sogenannten Nutzstiche mittels Computertechnik, die die Stiche frei kombinieren. Für den normalen Hausgebrauch sind folgende Stiche und Ausstattungsmerkmale erforderlich:

    • Overlockstich: Dieser wird für eine strapazierfähige und elastische Naht gebraucht.

    • Blindstich: Dieser Stich ist für unsichtbare Säume gedacht.

    • Elastikstich: Er ist unerlässlich für dehnbare Materialien bzw. Stiche.

  • Transporteur: Der Transporteur schiebt den Stoff unter der Nähnadel durch. Besonders beim Arbeiten mit dichter gewebten Stoffen oder auch beim Stopfen ist es erforderlich, dass er versenkt werden kann.

  • Zusatzfüße: Für eine gut gelungene Naht ist der richtige Fuß essenziell, weil dieser beim Stoff für die optimale Position sorgt. Bei zahlreichen Nähmaschinen sind solche Zusatzfüße bereits als Standard im Lieferumfang enthalten.

  • Freiarm: Beim Freiarmnähen können rundgeschlossene Textilien wie z.B. Hosenbeine oder Hemdärmel einfach über den Arm gelegt und genäht werden. Daher sollten Sie stets eine Nähmaschine mit Freiarm auswählen. Viele Nähmaschinen lassen sich durch das Abnehmen eines Maschinenteils zum Freiarm umfunktionieren.

  • Nähgeschwindigkeit: Optimal für den Anwender ist es, die Nähgeschwindigkeit stufenlos regulieren zu können. So ist dafür gesorgt, dass die Stiche nicht ungleichmäßig oder schief geraten. Außerdem kommen Einsteiger oft besser mit langsameren Geschwindigkeiten klar.

  • Umspulfunktion: Um das erforderliche Garn auf der sogenannten Unterfaden-Spule zu platzieren, wird von einer Garnspule auf eine spezielle Spule umgespult. Das erfolgt mit verschiedenen Systemen. Manchmal bleibt dabei der Faden in der Nadel eingefädelt, was das Ein- und Ausfädeln erspart. Andere Geräte schalten dabei das Nähwerk automatisch ab, um den Antrieb zu schonen. Hochwertige Maschinen können sowohl umspulen als auch nähen.

  • Knopflochautomatik: Viele Haushaltsnähmaschinen sind mit einer sogenannten „Knopflochautomatik“ ausgestattet. Dabei muss lediglich die Länge des Knopfloches eingestellt werden. Alles Weitere übernimmt die Nähmaschine, die dann vollkommen selbstständig das Knopfloch näht und zusätzlich auch noch den Faden vernäht.

Mechanische oder Elektrische Nähmaschine

Brother Nähmaschine mit ZickzackfußBei der Auswahl der Nähmaschine stehen Sie vor der Entscheidung, ob Sie sich ein mechanisches oder ein elektronisches Gerät anschaffen sollen. Die Entscheidung ist abhängig von Ihren Ansprüchen hinsichtlich des Komforts und den kreativen Möglichkeiten. Außerdem spielt die Preisfrage hier eine Rolle, da elektrisch- bzw. computergesteuerte Nähmaschinen deutlich teurer in der Anschaffung sind.

Bei mechanischen Nähmaschinen wird die Geschwindigkeit mittels eines elektrischen Fußpedales geregelt. Dabei ist es erforderlich, die Stiche mit ihren Breiten und Längen, die Spannung des Ober- und Unterfadens und die Nadelposition selbst einzustellen. Das erfolgt mit Hilfe eines Hebels oder Handrads. Solche Nähmaschinen sind sehr robust und bieten sich für Anfänger an. Beabsichtigen Sie festere Materialien zu verarbeiten, ist ein solches Gerät eher ungeeignet. Für Stoffe, die mit Standardstichen verarbeitet werden sollen, sind die Geräte aber mehr als ausreichend.

Eine elektronische Nähmaschine bietet wesentlich mehr an Komfort. Geschwindigkeit und der Start- und Stoppvorgang werden per Knopfdruck elektronisch gesteuert. Der gewünschte Stich wird über einen Nummernblock eingestellt. Alles andere erledigt die Maschine selbst. Per Knopfdruck nähen diese Geräte auch rückwärts. Außerdem stehen hier oft mehr als 100 Sticharten zur Verfügung.