Philips AVENT Babyphone

© Philips / Philips AVENT SCD620/26 Babyphone

Endlich – der ersehnte Nachwuchs ist da und braucht in der ersten Zeit viel Schlaf. Allerdings dauert ein Schlafzyklus in den ersten drei Monaten durchschnittlich 50 Minuten, ab dem vierten bis zum neunten Monat dann bis zu fünf Stunden – wenn die Eltern Glück haben! Um nicht ständig beim Babybett aufpassen zu müssen, zählt ein Babyphone mittlerweile zur Standard-Erstausstattung frischgebackener Eltern. Mittlerweile gibt es diese bereits zu sehr guten Preisen.

Ein Babyphone besteht aus zwei Teilen, und zwar einem Sender und einem dazugehörigen Empfänger. Der Sender wird im Schlafraum des Babys aufgestellt, am besten in einem Abstand von ein bis zwei Metern zum Baby. Der Empfänger befindet sich bei den Eltern. Der Sender überträgt über ein empfindliches Mikrofon alle Geräusche aus dem Babyzimmer.

1. Analoges oder Digitales Babyphone – Das sollten Sie wissen

Ein wesentliches Entscheidungskriterium beim Kauf eines Babyphones ist die Technik der Übertragung. Angeboten werden digitale Babyphones, die über eine hochwertige Sprachqualität verfügen sowie die zweite Gattung, nämlich analoge Geräte, die wenig Funktionen besitzen und einfach zu bedienen sind.

1.1 Digitale Babyphones

NUK BabyphoneReichweite und Übertragungsqualität: Digitale Geräte ermöglichen eine sichere Kommunikation, die nicht durch andere Funkgeräte unterbrochen werden kann. Sie bieten eine größere Reichweite als analoge Babyphones. Durch die sogenannte „DECT-Technologie“ ist die Qualität der Übertragung auch entsprechend hoch.

Strahlungsintensität: Diese ist bei digitalen Geräten eindeutig höher als bei analogen. Ist geringere Strahlung ein Kriterium, sollte man sich für ein digitales Babyphon mit einem strahlungsärmeren Eco-Modus entscheiden. Geräte mit Eco-Modus senden nicht andauernd, sie sind oftmals nur Standby, wodurch sie bedeutend weniger Funksignale aussenden.

1.2 Analoge Babyphones

Reichweite und Übertragungsqualität: Analoge Babyphones überzeugen mit einfacher Handhabung und einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Geräte mit einem eingebauten sogenannten „Pilotton“ sorgen für eine gute Übertragung. Ansonsten müsste sichergestellt werden, das der entsprechende Funkkanal nicht gestört wird.

Strahlungsintensität: Diese ist bei analogen Geräten auf ein Minimum reduziert. Sie arbeiten ohne Dauerübertragung und die Funkintensität ist gering. Die analogen Produkte sind eine gute Alternative, da sie durch eine gute Übertragung, brauchbare Reichweite und einfache Handhabung überzeugen.

2. Ist die Strahlung gefährlich für das Kind?

Seit längerer Zeit herrscht immer mehr Unsicherheit gegenüber dem Elektrosmog. Dabei handelt es sich um hochfrequente Mikrowellen, die beim Betrieb von elektronischen Geräten entstehen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass analoge Babyphones weit weniger Strahlung als ihre digitalen Kollegen produzieren.

Digitale Babyphones arbeiten nach dem DECT-Standard, dem „Digital Enhanced Cordless Telecommunications-Standard“ und erzeugen hochfrequente Mikrowellen. In einem normalen Haushalt nutzen viele Geräte die DECT-Technologie. So z.B. kabellose Telefone, WLAN-Boxen und Smartphones.

Das können Sie gegen die Strahlung tun:

Achten Sie immer darauf, dass die Sendeeinheit des Babyphones in einem Mindestabstand von einem Meter zum Baby aufgebaut ist. Wichtig ist auch eine abschaltbare Reichweiten-Kontrolle zur Minimierung des Elektrosmogs. Durch das Ausschalten findet kein andauernder Signaltausch zwischen den Einheiten statt und die elektromagnetische Funkbelastung wird deutlich reduziert.

Viele Babyphones verfügen noch zusätzlich über einige Methoden, die Strahlung zu minimieren. Die effektivste ist der Eco-Modus. Während die maximale Reichweite minimiert wird, werden nur noch Geräusche über einem Schwellwert zum Empfänger übertragen.

Fazit: Im Test der Stiftung Warentest in der Ausgabe 05/2011 wurde genau die Frage nach der Strahlung überprüft. Demnach erreichten moderne digitale DECT-Babyphones mit einem Meter Abstand zum Kind, gerade mal rund 6 Prozent des zulässigen Grenzwertes von 250 Milliwatt. Im Vergleich dazu dürfen Handys im selben Frequenzbereich maximal 1000 Milliwatt erreichen. Die Stiftung Warentest kam abschließend zu dem Urteil, dass kein Grund zur Sorge besteht.

3. Nützliche Ausstattungsmerkmale

3.1 Atemüberwachung

Im Säuglingsalter sind Atemaussetzer nicht unüblich und meistens unbedenklich: Im Schlaf kommt es häufig zu Atempausen, die aber nicht länger als 15 Sekunden andauern. Hört das Baby über einen längeren Zeitraum auf zu atmen, ist große Vorsicht geboten. Denn Atemstillstand ist eine mögliche Ursache des „Plötzlichen Kindstodes“ (Sudden Infant Death = SID).

Babyphones registrieren die Atembewegungen des Babys durch hochsensible Sensormatten, die unter der Matratze im Kinderbett angebracht werden. Die Atembewegungen des Babys können so bei überwacht und an die Eltern übermittelt werden. Registriert der Babyphon-Bewegungsmelder das Ausbleiben der Atmung für mehr als 15 bis 20 Sekunden, schlägt er umgehend Alarm.

3.2 Kamera zur Überwachung

Philips Babyphone mit KameraEine Kamera im Babyphon überträgt neben den Lauten des Babys zusätzlich auch ein Livebild des Kindes. Dabei kommt eine bewährte Infrarot-Technik zur Anwendung, mit deren Hilfe auch bei nahezu völliger Dunkelheit eine Videobild-Überwachung möglich ist. Mittels digitaler Übertragung (wie z.B. mittels FHSS-Funktechnologie) werden die Bilder von der Sendeeinheit an die Empfangseinheit gesendet.

Der mobile Elternteil (Empfänger) ist mit einem dem heutigen Stand der Technik entsprechenden LCD Farbbildschirm ausgestattet. Das von der Babyeinheit gesendete Livevideo wird auf diesem Display dargestellt. Bei Dunkelheit schaltet die Babyphone-Kamera automatisch die Infrarot-Leuchtdioden hinzu. Da Infrarot-Licht für das menschliche Auge unsichtbar ist, wird das Baby nicht in seinem Schlaf gestört.

3.3 Gegensprechfunktion

Häufig hilft bereits der vertraute Klang der elterlichen Stimme, um das Baby zu beruhigen. Manche Geräte sind zum Zweck der gegenseitigen Kommunikation mit einer Gegensprechfunktion ausgestattet. Diese wird durch das Betätigen einer TALK-Taste gestartet. Anschließend spricht man in das in die Elterneinheit integrierte Mikrofon und die Stimme wird an die stationäre Babyeinheit übertragen.

3.4 Einschlaflieder

Bei einigen Geräten sind sogar verschiedene Schlafmelodien in die Babyeinheit integriert. Diese können über die Babyeinheit oder die mobile Elterneinheit ausgewählt und gestartet werden. Einige Babyphones verfügen über eine MP3-Upload-Funktion, mit der man Schlaflieder auf das Babyphon überspielen kann, die das Baby zum rascheren Einschlafen hören soll.

3.5 Reichweite

Die Reichweite des Babyphones ist sicherlich ein wichtiges Kriterium. Meistens sind die Herstelleranageben zur Reichweite mit Vorsicht zu genießen. Die tatsächliche Entfernung im Praxisbetrieb ist in aller Regel wesentlich geringer.

3.6 Batterien

Bei vielen Geräten kann auch mit Batterien gearbeitet werden. Kommt es zu einem Stromausfall, schaltet die Einheit automatisch auf Batteriebetrieb und eine kontinuierliche Überwachung des Babys ist gewährleistet.

3.7 Nachtlicht

Philips Babyphone mit NachtlichtÜberaus praktisch ist auch ein integriertes Nachtlicht in der Babyeinheit, welches die bessere Orientierung bei Nacht ermöglicht. Meistens sind diese Geräte auch mit unterschiedlichen beruhigenden Deckenprojektionen ausgestattet.

3.8 Temperaturanzeige

Für einen ruhigen und erholsamen Schlaf eines Babys beträgt die ideale Zimmertemperatur zwischen 16°C und 18°C. Deshalb bieten einige Babyphon-Modelle eine integrierte Temperaturanzeige als nützliche Zusatzfunktion an. Ein Temperatursensor an der Babyeinheit ermittelt die Temperatur im Kinderzimmer und überträgt diese an die Elterneinheit.

3.9 Tonqualität

Die Tonqualität stellt sicher, dass das Baby gut die Eltern und umgekehrt hören kann. Entscheidend ist diesbezüglich die Mikrofon-Empfindlichkeit, auf die man beim Kauf unbedingt achten sollte.

4. Welche Reichweite bietet ein Babyphone im Alltag?

Die verschiedenen Anbieter werben gerne mit Reichweiten von bis zu 330 Meter. Das dies in der Regel nicht klappt, dürfte den meisten klar sein. Um diese Reichweiten zu erreichen, bedarf es vor allem freie Sicht zum Sendegerät unter freiem Himmel. Dass dies in den heimischen vier Wänden nicht der Fall ist, sollte ebenfalls klar sein.

In Wohnungen gibt Philips für seine Avent-Reihe beispielsweise Reichweiten von bis zu 50 Meter an. Wobei auch hier keine pauschale Angabe gemacht werden kann. Die Reichweite hängt maßgeblich von der Anzahl Wänden ab, die zwischen Empfangs- und Sendegerät liegen. Unterschiede gibt es auch bei den Materialien der Wände. So ist die Sendeleistung bei massiven Stahlbeton-Wänden geringer als bei Holz oder Gips.

Fazit: Grundsätzlich sollte die Reichweite in Wohnungen bis 150 m² kein Problem darstellen. Anders sieht das Ganze aus wenn man bei Nachbarn einen Kaffee trinken geht. Hier sollte im vorhinein einfach getestet werden, ob der Empfang ausreicht oder nicht.

5. Bekannte Hersteller

5.1 Philips AVENT

Das 1891 gegründete niederländische Unternehmen Philips bietet unter der AVENT-Baureihe zahlreiche Produkte für Babys und Kinder an. Neben klassischen Audio- und Video-Modellen bietet Philips immer öfter auch smarte Lösungen für den vernetzten Haushalt an. Viele der Modelle sind absolute Kassenschlager.

5.2 NUK

Die Marke NUK wurde 1956 von der Mapa GmbH ins Leben gerufen. Unter dem Slogan: „Kinder verstehen. Von der Geburt bis in den Kindergarten“ vertreibt das Unternehmen auch erfolgreich Babyphones. Die Produkte von NUK sind sehr beliebt und konnten bereits zahlreiche Testsiege verbuchen.

Babyphone Hersteller - Philips, NUK, Angelcare, Reer

5.3 Angelcare

Angelcare wurde 1997 vom Kanadischen Vater Maurice Pinsonnault gegründet. Heute wird die Marke in über 50 Ländern der Welt vertrieben. Angelcare legt besonderen Wert auf den ökologischen Aspekt. Zusammen mit einem deutschen Elektrosmog-Experten werden die Produkte speziell auf die Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz abgestimmt.

5.4 Reer

Reer ist eine schwäbische Traditionsmarke, die bereits seit 90 Jahren existiert. Unter der Mission „Mehr Sicherheit für Kinder“ vertreibt das Unternehmen auch Babyphones und andere Produkte rund um das Wohlbefinden der Kinder. Zum Portfolio gehören neben klassischen analogen Babyphones, auch digitale Audio- und Video-Geräte.

6. Testsieger der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat sich kürzlich dem Thema Babyphones gewidmet und die besten Modelle von Philips, Motorola, Nuk, Reer, Angelcare und VTech unter die Lupe genommen. Zum ersten Mal wurden im aktuellen Test (02/2018) auch smarte Baby-Webcams getestet, die alles in allem aber nicht so sehr überzeugen konnten. Getestet wurden auch wieder klassische Babyphones mit und ohne Videoübertragung. Zu den Prüfkriterien zählten vor allem die Übertragungsqualität (45%), die Handhabung (25%), die Umwelteigenschaften (20%) sowie die Datensicherheit + Akkuleistung (je 10%, falls vorhanden).

Als das beste Babyphone mit Ton wurde das Philips AVENT SCD585 ausgezeichnet mit der Note 1,7 „Gut“. Das Modell überträgt zuverlässig alle Töne aus dem Kinderzimmer und warnt auch bei Störungen rechtzeitig. Die Akkulaufzeit und die Reichweite werden ebenfalls mit „Gut“ betitelt. Wer auf das Geld schauen muss, sollte sich nach Meinung der Stiftung Warentest das VTech BM 2300 genauer ansehen. Das Modell kostet um die 60€ und konnte als zweitplatziertes Babyphone immerhin noch die Note 2,4 „Gut“ erreichen.

Die Fraktion der Video-Babyphones schnitt im Durchschnitt nicht so gut ab, wie die klassischen Modelle mit Tonübertragung. Das Philips AVENT SCD630/26 funktionierte im Test gut und ließ sich simpel handhaben. Im Dunkeln ist die Bildübertragung aber teilweise verrauscht. Außerdem ist die Reichweite nicht so hoch wie bei den Klassikern mit Ton. Dennoch konnte sich das Modell mit der Note 2,6 „Befriedigend“ an die Spitze setzen.

Von smarten Webcams sind die Tester der Stiftung Warentest und die Testfamilien dagegen nicht so sehr angetan. Die Modelle warnen bei Störungen oft nicht so akkurat und im WLAN-Netz sind sie teils leichte Beute für Eindringlinge. Und so bleibt auch das Endfazit der Stiftung Warentest: „Klassische Babyphones warnen verlässlicher als Webcams.“ Als Testsieger unter den smarten Geräten wurde das Philips AVENT SCD870 mit der Note 2,6 „Befriedigend“ ausgezeichnet, das mit rund 250€ Anschaffungskosten aber auch spürbar teurer ist.

7. Häufig gestellte Fragen – FAQ

Bis zu welchem Alter sollte ein Babyphone verwendet werden?

Das kann man so pauschal nicht beantworten. Viele Eltern nutzen die Geräte bis zum Alter von 2 bis 4 Jahren. Im Anschluss kommen die Kinder meist alleine zum Elternbett, anstatt im Kinderbett zu verharren. Auch im etwas höheren Alter, wenn ihr Kind zum Beispiel krank ist, kann man getrost ein Babyphone nutzen. Eine Abgewöhnung sollte zu gegebener Zeit aber stattfinden.

Wie weit sollte der Empfänger vom Baby entfernt werden?

Grundsätzlich sollte die Sendereinheit nicht zu nah am Kind platziert werden, um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Testen Sie einfach verschiedene Positionen aus und entscheiden Sie ob die Lautstärke bzw. die Empfindlichkeit des Gerätes ausreicht. Falls das Babyphone in unmittelbarer Nähe zum Bett platziert werden muss, sollte das Gerät möglichst am Fußende platziert werden. Hilfreich ist zumeist auch das Handbuch des jeweiligen Herstellers.

Störgeräusche beim Babyphone – Was tun?

Das kann viele Ursachen haben. Wird ein analoges Babyphone genutzt, reicht es oft wenn man den Kanal wechselt. Störgeräusche können hier auftreten wenn Nachbarn oder andere Geräte die gleiche Frequenz nutzen. Aber auch ein technischer Defekt ist nicht auszuschließen. Sollte das Gerät direkt nach dem Kauf Störgeräusche abgeben, ist ein Umtausch ratsam. Störgeräusche können auch in der Nähe von TV-Geräten, Computern oder anderen elektrischen Geräten entstehen. Hier reicht zumeist eine andere bzw. eine bessere Positionierung.

Ist das Babyphone auch für Senioren nutzbar?

Natürlich. Wo und wie das Babyphone eingesetzt wird, bleibt jedem selbst überlassen. In vielen Fällen eignet sich das klassische Babyphone auch für Senioren oder pflegebedürftige Personen.