Ob Kunststoff, Glas oder Edelstahl, der Wasserkocher ist in vielen deutschen Haushalten zugegen. Während die meisten Modelle das Wasser bis 100°C erwärmen, arbeiten einige Modelle mit unterschiedlichen Temperaturstufen. Dieses bietet zum Beispiel beim Aufkochen von Tee einen Vorteil, da einige Sorten bei 100°C bereits Bitterstoffe ausscheiden. Aus diesem Grund haben wir eine Top 10 der besten und beliebtesten Wasserkocher erstellt. Darin enthalten sind Modelle von WMF, Bosch, Siemens, Ottoni Fabbrica, Philips, Tefal und Severin für 25 bis 90 Euro.

Elektrische Wasserkocher sind in der Lage, Wasser überaus stromsparend zum Kochen zu bringen. Auf einer handelsüblichen Herdplatte dauerte das Erhitzen von einem Liter Wasser knapp mehr als elf Minuten bei einem doppelt so hohem Energieverbrauch. Elektrische Wasserkocher gibt es in zwei Varianten: Die eine verfügt über eine Heizspirale wie ein Tauchsieder, die andere Variante nutzt eine beheizbare Bodenplatte zum Erwärmen des Wassers. In der Regel sind Wasserkocher mit Heizspiralen etwas zügiger beim Erhitzen, da der Heizvorgang im Medium selbst vonstatten geht.

Das Gehäuse: Kunststoff, Edelstahl oder Glas?

Wasser kochen auf dem HerdAngeboten werden Wasserkocher üblicherweise in drei verschiedenen Materialien, hitzebeständiger Kunststoff, Edelstahl und Glas. Jeder Werkstoff hat so seine Vor- und Nachteile, die wir nachfolgend kurz erläutern wollen.

  • Kunststoff – Günstig aber ungesund?

    Wasserkocher aus Kunststoff werden zu relativ günstigen Preisen angeboten. Solche Modelle leiten die Hitze des kochenden Wasser nicht allzu stark nach außen ab. So wird das Gehäuse außen nicht heiß und es besteht keine Gefahr vor Verbrennungen.

    Bei Plastikmodellen haben aber viele Verbraucher die Sorge, dass diese Geräte einen sehr unangenehmen Plastikgeruch ausstoßen können und auch schädliche Stoffe beim Aufkochen an das Wasser abgegeben werden. Nach aktuellem Stand der Forschung sind Wasserkocher aus Kunststoff nicht gesundheitsschädigend. Und auch der Plastikgeruch lässt sich üblicherweise durch mehrmaliges Auskochen beheben.

  • Edelstahl – Schick und edel

    Die Edelstahl-Wasserkocher werden stets beliebter, da Edelstahl mit seiner zurückhaltenden Eleganz überzeugt. Aber neben den optischen Vorzügen gibt es zusätzliche positive Eigenschaften. Im Vergleich zu anderen Materialien erwärmt sich Edelstahl schneller und gleichzeitig wird die Wärme länger gespeichert. Solcherart kocht das Wasser rascher und bleibt auch länger heiß.

    Zusätzlich verfügen die meisten Geräte aus Edelstahl über einen Kalkfilter, der vor den unerwünschten Kalkrückständen im Wasserkocher schützt. Was die Pflege betrifft, zeichnet sich der Edelstahl-Wasserkocher durch seine leichte Reinigung des Wasserkessels aus.

  • Glas – Material für Design-Liebhaber

    Wasserkocher aus Glas sind schon aufgrund ihrer optischen Wirkung für Design-Liebhaber sehr interessant. Aber Glas-Wasserkocher bieten zusätzlich noch praktische und funktionelle Vorzüge. Glas ist vollkommen geschmacks- und geruchsneutral und es enthält keine gesundheitlichen Stoffe, die beim Kochen des Wassers herausgelöst werden könnten.

    Zwar gibt es auch bei Glas-Wasserkochern kaum Exemplare, die gänzlich plastikfrei sind, doch im Vergleich zum Edelstahlkocher ist die Chance größer. Da Glas über keine Poren verfügt, werden weniger Angriffsflächen für Keime und Schimmel geboten. Und sollten Schmutzablagerungen vorkommen, lassen sich diese schnell erkennen und reinigen.

Wichtige Ausstattungsmerkmale

Glas-Wasserkocher von PhilipsLeistung: Dabei gilt folgende Faustregel: Je größer der Wasserkocher, desto stärker sollte die Leistung sein. Die Leistung des Wasserkochers sollte dem Fassungsvermögen entsprechen. Das bedeutet, dass Geräte mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1,7 Liter etwa 2000 Watt Leistung haben. Damit kann in etwa in drei Minuten ein Liter Wasser zum Kochen gebracht werden.

Fassungsvermögen: Das Fassungsvermögen in Milliliter oder Liter ist eines der wichtigsten Kriterien. Wasserkocher gibt es in verschiedenen Größen, für einen Zwei-Personen-Haushalt ist ein Gerät mit mindestens 750 ml Füllmenge zu empfehlen. Ein Vier-Personen-Haushalt dagegen ist mit dem doppelten Fassungsvermögen gut beraten, also zumindest 1,5 Liter.

Cool Touch-Gehäuse: Ein großes Problem ist häufig die schlechte Isolierung des Gehäuses, die Verbrennungen hervorrufen kann. Bei hochwertigen Wasserkochern ist das Gehäuse ist eigens isoliert, damit es nicht zu heiß werden kann. Hersteller nennen das hochtrabend „Cool Touch-Gehäuse“.

Doppelwandige Kocher: Bei kochendem Wasser besteht die Gefahr von Brandwunden wegen der heißen Wände des Kochers. Bei doppelwandigen Edelstahlbehälter hält die Hitze innen vor und die Außenwand bleibt kühl. Ein Vorteil, wenn Kinder in der Nähe sind.

Temperatureinstellung: Immer mehr Verbraucher achten darauf, dass der Wasserkocher mit Temperatureinstellung und -anzeige ausgestattet ist. Vor allem wenn nur warmes anstatt kochendes Wasser benötigt wird, wie bspw. bei der Teezubereitung, ist das von Vorteil.

Herausnehmbarer Kalkfilter: Ein Kalkschutz ist für Regionen mit überaus kalkhaltigem Wasser zu empfehlen. Der Kalkfilter ist in Form eines kleinen Siebes an der Tülle des Kochers angebracht und hält Kalkrückstände zurück. Sie sollten darauf achten, dass sich der Kalkfilter herausnehmen lässt, damit er gereinigt oder durch einen neuen Kalkfilter ersetzt werden kann.

Die richtige Reinigung des Wasserkochers

Logischerweise sollte man einen Wasserkocher regelmäßig reinigen bzw. entkalken. Kalk ist bekanntermaßen der hartnäckigste Feind des Wasserkochers, dem man jedoch mit ein wenig Pflege effektiv begegnen kann.

  • Philips Wasserkocher zur TeezubereitungEssig oder Essigessenz: Diese sind ein probates und effektives Mittel, um Kalk zu entfernen. Man gibt so viel Essig / Essigessenz in den leeren Behälter, bis der verkalkte Boden zur Gänze mit der Flüssigkeit bedeckt ist. Der Essig sollte dann für 10 bis 20 Minuten einwirken, bevor der Behälter mit Leitungswasser aufgefüllt und aktiviert wird. Danach den Wasserkocher noch einmal mit klarem Wasser ausspülen.

  • Frische Zitrone: Dabei wird die Innenseite des Wasserkochers intensiv mit einer dicken Scheibe Zitrone eingerieben. Der Zitronensaft tritt aus und sammelt sich am Boden über dem Heizstab an. Anschließend wird der Behälter mit Wasser aufgefüllt und das Gerät angeschaltet. Nach dem Kochen den Wasserkocher nochmals mit klarem Wasser ausspülen.

  • Backpulver: Man gibt eine Tüte Backpulver in den Wasserkocher und füllt in weiterer Folge mit Wasser nach. Danach wird das Backpulver-Wasser-Gemisch zum Kochen gebracht. Nach dem Aufkochen das Gemisch für etwa eine Stunde einwirken lassen und dann abgießen. Danach noch einmal frisches Wasser im Behälter zum Kochen bringen.

  • Entkalkungsmittel: Hartnäckige Kalkablagerungen kann man mit speziellen Tabs oder flüssigem Entkalker begegnen. Das Reinigungsmittel wird mit Wasser gemischt und in den Behälter gefüllt. Der Tab wird in das bereits mit Wasser gefüllte Gerät gegeben. Das Wasser wird aufgekocht und die Mischung sollte etwa für eine Stunde einwirken. Danach den Wasserkocher mehrfach mit klarem Wasser reinigen, um eventuelle vollständig Reinigungsreste zu entfernen.

Welcher Wasserkocher darf es nun sein?

Wie so oft ist unsere Top 10 der besten und beliebtesten Wasserkocher bunt durchmischt. Insgesamt haben es sieben Hersteller mit ihren Produkten in unsere Bestenliste geschafft. WMF stellt mit insgesamt drei Wasserkocher die meisten Produkte, darunter auch unseren ersten Platz – der WMF Skyline. Das Modell überzeugt in allen Bereichen (Rezensionen, Testberichte und Popularität) und konnte sich so an die Spitze des Feldes schieben.

Bosch ist mit dem TWK 8613 Styline und Siemens mit dem TW86103 Wasserkocher, dem erstplatzierten WMF Skyline dicht auf den Fersen. Die Modelle konnten beste Testergebnisse erzielen und haben einen klaren Vorteil – hier gibt es jeweils die Temperatursteuerung bei fast gleichem Preis. Wer kein Wert auf dieses Feature legt, kann sich allerdings auch für jeden anderen Wasserkocher entscheiden, wie beispielsweise der Philips HD4646 aus der Basic-Serie, der mit rund 25 Euro ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bietet.