Fernseher haben in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht. Riesige, brillante, scharfe Bilder erstrahlen in unseren Wohnzimmern. Aber die flachen Fernseher von heute haben ein Soundproblem. In aller Regel bleibt der Klang hinter der Bildqualität weit zurück. Das stört viele Zuschauer. Aber muss man sich deswegen gleich das Wohnzimmer mit einer Surround-Anlage vollstellen? Nein, denn Soundbars sind der goldene Mittelweg.

Raumklang aus der Soundbar?

Bose Solo TV SoundbarIn der Werbung wirken Soundbars wie schwarze Magie. Überzeugender Raumklang soll da aus dem einzelnen Lautsprecher kommen, und das mindestens so gut wie mit einer vollen Heimkino-Anlage! Um es einmal ganz klar zu sagen: Das ist natürlich Unsinn. Heimkino-Anlagen sind größer, teurer und besser. Bei fachgerechter Aufstellung liefern sie einen unverzerrt plastischen Klang, den keine Soundbar der Welt hinbekommt.

Aber einen spürbaren räumlichen Effekt können vor allem teure Soundbar-Modelle erzielen. Allzu Ernst muss man die Kennzeichnung einiger Modelle als 5.1 oder 7.1-System dabei nicht nehmen. Aber zumindest einen starken Stereo-Effekt und druckvollen Klang, der sich hinter dem großen Fernseher nicht verstecken muss – das kann man von einer Soundbar schon erwarten. Ein Standard ist inzwischen der Subwoofer. Meist steckt er in einer separaten Box und ist drahtlos, bezieht per Kabel also nur den Strom und bekommt den Ton per Funk von der Soundbar geliefert. Einige, wenige Modelle setzen auch auf Kabel-Subwoofer, oder integrieren die Einheit im Lautsprecherriegel.

Der Blick aufs Datenblatt

Hifi-Komponenten verwirren ihre Käufer schon immer mit einem Wust technischer Angaben auf dem Datenblatt. Für den Kauf einer Anlage ist aber selten die größere Nennleistung entscheidend. Über Klangeigenschaften reden wir weiter unten. Hier erst einmal wesentliche Fragen, die jedes Datenblatt klären sollte:

  • Schnittstellen: Noch immer sparen hier viele schlanke Soundbars, bieten nur das allernötigste. Zuschauer mit mehr AV-Geräten achten auf mehrere HDMI-Eingänge.

  • Audio Dock: Ob drahtlos per AirPlay, ob Bluetooth, USB oder iPhone-Dock – viele Soundbars sind auch ein Audio Dock und damit ein zeitgemäßer Ersatz für die alte Stereo-Anlage.

  • Radio: Auch Modelle mit UKW- und Internetradio-Funktion nehmen dem alten Receiver die Wurst vom Brot. Wer den Radioempfang via Soundbar steuern möchte, sollte darauf achten.

  • Internet-Funktionen: Soundbars können auch heimlich den Fernseher zum Smart TV machen. Einige Hersteller verbauen Internet-Funktionen.

  • Equalizer: Programme speziell für Kino oder Musik haben praktisch alle Soundbars. Die besten aber erlauben auch manuelle Feineinstellungen.

  • Audioformate: Dolby und DTS sind natürlich Standard. Nur die besten Modelle unterstützen aber auch die höher auflösenden Dolby True HD und DTS-HD Standards.

  • Einheitliche Lautstärke: Laut genug für Wohnzimmer sind Soundbars praktisch immer. Besonderen Komfort bieten Modelle, die in Werbepausen leiser regeln und den Sound aus verschiedenen Quellen auf eine Lautstärke regeln können.

  • Frequenzbereiche: Gerade bei billigeren Soundbar-Modellen arbeiten Lautsprecherriegel und Subwoofer nicht immer optimal zusammen. Einen guten Subwoofer erkennt man daran, dass er bis in tiefe Frequenzbereiche kommt. Und er sollte keine zu hohen Töne abspielen, sonst kann man ihn im Raum orten.

  • Abmessungen: Online sehen sich viele Soundbars ähnlich. Dann folgt der Schreck beim Auspacken: Die Riegel sind mitunter richtig groß. Man sollte genau hinschauen, ob ein Modell auf das TV-Möbel passt und für das Format des eigenen Fernsehers empfohlen wird.

Wichtige Klangeigenschaften

Sony HT-XT1 SoundbarZu den Klangeigenschaften von Soundbars findet man sehr unterschiedliche Einschätzungen. Was sie können, ist immer eine Frage der Perspektive. Auch von Einsteigermodellen kann man heute schon druckvollen Klang erwarten. Laut genug für herkömmliche Wohnzimmer sind eigentlich alle. Praktisch alle Bars mit Subwoofer bringen auch den ersehnten Bumms bei Actionfilmen.

Wer aber genauer hinhört, wer Verzerrungen erkennt, gern Musik hört, der muss sich vor dem Kauf kritischer informieren. An ein paar Herausforderungen knacken viele Soundbars: Oft gehen sie einen Kompromiss ein, haben beim Sound Stärken und Schwächen. Ist der Klang eher druckvoll? Ist Sprache besonders klar verständlich? Ist der Sound in allen Lautstärken verzerrungsfrei? Diese Anforderungen bekommen nur teurere Modelle unter einen Hut.

Einen relativ sicheren Weg zu gutem Sound bietet ein Siegel: Das THX-Zertifikat bescheinigt einen ausgewogenen, linearen Sound. Billigmodelle bekommen das Siegel nicht aufgepappt. Auch überzeugender Raumklang ist vor allem in den oberen Rängen zu hören. Auch hier lauert allerdings noch öfter die Grundtonlücke: Wenn Subwoofer und Lautsprecherriegel nicht ganz perfekt abgestimmt sind, kommt der Sound abgerissen, also hörbar aus unterschiedlichen Quellen. Wem sowas auffällt, der studiert Erfahrungsberichte und Fachtests vor jedem Kauf.

Grundsätzlich gilt: Beim Klang schneiden oft Modelle von Audiospezialisten besser ab, bei der Ausstattung mit Zusatzfunktionen dagegen die großen Multimedia-Konzerne

Bedienung und Design

Über Design lässt sich streiten. Ob ein Soundbar-Modell edel oder albern wirkt, ist eben oft Geschmackssache. Auf jeden Fall sollte geprüft werden, dass der Riegel in Farbe und Abmessung zu Fernseher und TV-Möbel passt. Kaum auf Bildern zu erkennen ist die Verarbeitungsqualität der Soundbar – hier sollte man sich kritisch online bilden, vor allem, wenn das Modell günstig ist.

Damit die Soundbar edel und schlicht wirkt, verzichten viele Hersteller auf sichtbare Knöpfe am Gerät. Das hat nicht nur Vorteile. Soll die Bar auch Musik abspielen, muss das komfortabel über die Bühne gehen. Einige Modelle sind immer im Standby, beziehen auch Lautstärkeregelung über den HDMI-Kanal vom Fernseher und sind damit komfortabel, wenn nur ferngesehen wird. Andere kommen mit besonders guten Fernbedienungen. Besonderen Komfort bei der Bedienung bieten ein paar Soundbars mit passenden Smartphone-Apps. In jedem Fall sollten Kunden vorher schauen, was sie hören wollen, und wie sich das auf ihrem Wunschmodell bedienen lässt.

Positionierung von Soundbar und Subwoofer

Sony HT-XT1 SoundbarDamit die neue Soundbar auch neues Glück bringt, muss man sie nach dem Kauf richtig installieren. Das ist nicht in allen Fällen einfach. Grundsätzlich gehört der Riegel mittig unter den Fernseher, damit der Sound aus der richtigen Richtung kommt. Hängt der Fernseher an der Wand, empfiehlt sich auch die Installation des Lautsprecherriegels an der Wand. Man sollte also vor dem Kauf prüfen, ob der Platz ausreicht, und das Modell die gewünschte Installationsart unterstützt.

Den Subwoofer kann man in den meisten Fällen frei im Raum aufstellen. Er soll seinen tiefen Klang nicht ortbar verbreiten. Das klappt allerdings nicht immer. Kunden mit gutem Gehör greifen am besten entweder zu Modellen mit integriertem Subwoofer, oder sie stellen ihn nah an der Soundbar recht mittig im Raum auf. Kaufen sie Bassboxen mit einem besonders tiefen Frequenzgang, dann klappt es auch bei genauem Hinhören mit dem Versteck unterm Sofa.