Sonos Playbar Lifestyle

© Sonos / Die Sonos Playbar als Soundbar

Fernseher haben in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht. Riesige, brillante, scharfe Bilder erstrahlen in unseren Wohnzimmern. Aber die flachen Fernseher von heute haben ein Soundproblem. In aller Regel bleibt der Klang hinter der Bildqualität weit zurück. Das stört viele Zuschauer. Aber muss man sich deswegen gleich das Wohnzimmer mit einer Surround-Anlage vollstellen? Nein, denn Soundbars sind der goldene Mittelweg.

1. Raumklang aus der Soundbar?

In der Werbung wirken Soundbars wie schwarze Magie. Überzeugender Raumklang soll da aus dem einzelnen Lautsprecher kommen, und das mindestens so gut wie mit einer vollen Heimkino-Anlage! Um es einmal ganz klar zu sagen: Das ist natürlich Unsinn. Heimkino-Anlagen sind größer, teurer und besser. Bei fachgerechter Aufstellung liefern sie einen unverzerrt plastischen Klang, den keine Soundbar der Welt hinbekommt.

Aber einen spürbaren räumlichen Effekt können vor allem teure Soundbar-Modelle erzielen. Allzu Ernst muss man die Kennzeichnung einiger Modelle als 5.1 oder 7.1-System dabei nicht nehmen. Aber zumindest einen starken Stereo-Effekt und druckvollen Klang, der sich hinter dem großen Fernseher nicht verstecken muss – das kann man von einer Soundbar schon erwarten. Ein Standard ist inzwischen der Subwoofer. Meist steckt er in einer separaten Box und ist drahtlos, bezieht per Kabel also nur den Strom und bekommt den Ton per Funk von der Soundbar geliefert. Einige, wenige Modelle setzen auch auf Kabel-Subwoofer, oder integrieren die Einheit im Lautsprecherriegel.

2. Wichtige Ausstattungsmerkmale

Hifi-Komponenten verwirren ihre Käufer schon immer mit einem Wust technischer Angaben auf dem Datenblatt. Für den Kauf einer Anlage ist aber selten die größere Nennleistung entscheidend. Über Klangeigenschaften reden wir weiter unten. Hier erst einmal wesentliche Fragen, die jedes Datenblatt klären sollte:

2.1 Schnittstellen

Noch immer sparen hier viele schlanke Soundbars, bieten nur das allernötigste. Zuschauer mit mehr AV-Geräten achten auf mehrere HDMI-Eingänge.

2.2 Audio Dock

Bose Solo 5 LifestyleOb drahtlos per AirPlay, ob Bluetooth, USB oder iPhone-Dock – viele Soundbars sind auch ein Audio Dock und damit ein zeitgemäßer Ersatz für die alte Stereo-Anlage.

2.3 Radio

Auch Modelle mit UKW- und Internetradio-Funktion nehmen dem alten Receiver die Wurst vom Brot. Wer den Radioempfang via Soundbar steuern möchte, sollte darauf achten.

2.4 Internet-Funktionen

Soundbars können auch heimlich den Fernseher zum Smart TV machen. Einige Hersteller verbauen Internet-Funktionen.

2.5 Equalizer

Programme speziell für Kino oder Musik haben praktisch alle Soundbars. Die besten aber erlauben auch manuelle Feineinstellungen.

2.6 Audioformate

Dolby und DTS sind natürlich Standard. Nur die besten Modelle unterstützen aber auch dihöher auflösenden Dolby True HD und DTS-HD Standards.

2.7 Einheitliche Lautstärke

Laut genug für Wohnzimmer sind Soundbars praktisch immer. Besonderen Komfort bieten Modelle, die in Werbepausen leiser regeln und den Sound aus verschiedenen Quellen auf eine Lautstärke regeln können.

2.8 Frequenzbereiche

Gerade bei billigeren Soundbar-Modellen arbeiten Lautsprecherriegel und Subwoofer nicht immer optimal zusammen. Einen guten Subwoofer erkennt man daran, dass er bis in tiefe Frequenzbereiche kommt. Und er sollte keine zu hohen Töne abspielen, sonst kann man ihn im Raum orten.

2.9 Abmessungen

Online sehen sich viele Soundbars ähnlich. Dann folgt der Schreck beim Auspacken: Die Riegel sind mitunter richtig groß. Man sollte genau hinschauen, ob ein Modell auf das TV-Möbel passt und für das Format des eigenen Fernsehers empfohlen wird.

3. Wichtige Klangeigenschaften

Zu den Klangeigenschaften von Soundbars findet man sehr unterschiedliche Einschätzungen. Was sie können, ist immer eine Frage der Perspektive. Auch von Einsteigermodellen kann man heute schon druckvollen Klang erwarten. Laut genug für herkömmliche Wohnzimmer sind eigentlich alle. Praktisch alle Bars mit Subwoofer bringen auch den ersehnten Bumms bei Actionfilmen.

Wer aber genauer hinhört, wer Verzerrungen erkennt, gern Musik hört, der muss sich vor dem Kauf kritischer informieren. An ein paar Herausforderungen knacken viele Soundbars: Oft gehen sie einen Kompromiss ein, haben beim Sound Stärken und Schwächen. Ist der Klang eher druckvoll? Ist Sprache besonders klar verständlich? Ist der Sound in allen Lautstärken verzerrungsfrei? Diese Anforderungen bekommen nur teurere Modelle unter einen Hut.

Einen relativ sicheren Weg zu gutem Sound bietet ein Siegel: Das THX-Zertifikat bescheinigt einen ausgewogenen, linearen Sound. Billigmodelle bekommen das Siegel nicht aufgepappt. Auch überzeugender Raumklang ist vor allem in den oberen Rängen zu hören. Auch hier lauert allerdings noch öfter die Grundtonlücke: Wenn Subwoofer und Lautsprecherriegel nicht ganz perfekt abgestimmt sind, kommt der Sound abgerissen, also hörbar aus unterschiedlichen Quellen. Wem sowas auffällt, der studiert Erfahrungsberichte und Fachtests vor jedem Kauf.

Grundsätzlich gilt: Beim Klang schneiden oft Modelle von Audiospezialisten besser ab, bei der Ausstattung mit Zusatzfunktionen dagegen die großen Multimedia-Konzerne

4. Bedienung und Design

Bose SoundTouch 300 LifestyleÜber Design lässt sich streiten. Ob ein Soundbar-Modell edel oder albern wirkt, ist eben oft Geschmackssache. Auf jeden Fall sollte geprüft werden, dass der Riegel in Farbe und Abmessung zu Fernseher und TV-Möbel passt. Kaum auf Bildern zu erkennen ist die Verarbeitungsqualität der Soundbar – hier sollte man sich kritisch online bilden, vor allem, wenn das Modell günstig ist.

Damit die Soundbar edel und schlicht wirkt, verzichten viele Hersteller auf sichtbare Knöpfe am Gerät. Das hat nicht nur Vorteile. Soll die Bar auch Musik abspielen, muss das komfortabel über die Bühne gehen. Einige Modelle sind immer im Standby, beziehen auch Lautstärkeregelung über den HDMI-Kanal vom Fernseher und sind damit komfortabel, wenn nur ferngesehen wird. Andere kommen mit besonders guten Fernbedienungen. Besonderen Komfort bei der Bedienung bieten ein paar Soundbars mit passenden Smartphone-Apps. In jedem Fall sollten Kunden vorher schauen, was sie hören wollen, und wie sich das auf ihrem Wunschmodell bedienen lässt.

5. Wichtige Hersteller

5.1 Bose

Bose ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit über 50-jähriger Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen genießt in Deutschland einen sehr guten Ruf. Obwohl die Produkte nicht unbedingt günstig sind, müssen sie sich in Sachen Beliebtheit kaum vor anderen namhaften Herstellern verstecken. Produkte von Bose stehen für innovative und hochwertige Produkte.

5.2 Samsung

Das südkoreanische Unternehmen Samsung gilt als eines der führenden Tech-Unternehmen auf der Welt. Der Mischkonzern bietet dabei so alles an Elektronik auf dem Markt an, was es gibt. In Südkorea ist ein Tochterunternehmen von Samsung sogar größter Anbieter von Lebensversicherungen. Der Konzern setzt radikal in allen Bereichen auf neue Trends und Technologien. Auch im Bereich der Soundbars ist das Unternehmen mehr als aktiv. Von günstigen Modellen, bis hin zu hochpreisigen Surround-Soundbars bietet das Unternehmen ein breites Produktportfolio an.

5.3 Teufel

Teufel wurde 1979 als Händler für Lautsprecher-Komponenten und –Bausätze in Berlin gegründet. Mittlerweile ist das deutsche Unternehmen in vielen weiteren europäischen Ländern vertreten und begeistert noch immer viele Käufer. Neben Heimkino-Komponenten, Kopfhörer und anderem Audio-Zubehör bietet Teufel unter der Bezeichnung Cinebar viele Soundbars am Markt an.

6. Testsieger der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat sich vor kurzem (10/2018) wieder dem Thema Soundbars angenommen und insgesamt 18 Modelle auf Herz und Nieren getestet. Darunter vertreten waren klassische Soundbars, Modelle mit separatem Subwoofer und Modelle mit WLAN, die dank der Netzwerkfunktionen z.B. für Multiroom-Beschallung geeignet sind oder ganz einfach mit kabellosen Rear-Lautsprechern erweitert werden können. Getestet wurden unter anderem Modelle von Yamaha, Samsung, Sony, JBL Teufel, Nubert und Canton. Zu den Prüfkriterien zählten vor allem der Ton (60%), die Handhabung (25%), der Stromverbrauch (10%) und die Vielseitigkeit (5%). Generell gilt nach Meinung der Stiftung Warentest aber: Stereo-Sound ist mit einer klassischen Soundbar kaum zu erreichen. Die darin platzierten Lautsprecher sind oft so nah beieinander, dass der Effekt nur dann Auftritt, wenn man direkt davor sitzt. Dennoch konnte der Klang bei vielen Modellen bereits überzeugen.

Als die beste Soundbar im Test konnte sich die Yamaha YAS-207 mit separatem Subwoofer durchsetzen. Das Modell erhielt das Qualitätsurteil 1,9 „Gut“ und ist mit rund 300 Euro relativ erschwinglich im Vergleich zu anderen. Der Ton überzeugte die Tester sogar soweit, dass die Soundbar bei den Toneigenschaften als einzige mit dem Qualitätsurteil „Sehr gut“ abschnitt. Berücksichtigt wurden dabei die Musikwiedergabe, Filmdialoge, Filmeffekte und der Schalldruck im Bassbereich.

Bei den einteiligen Soundbars ohne Subwoofer konnte sich die Nubert nuPro AS-250 durchsetzen. Das Modell konnte in allen getesteten Bereichen überzeugen. Besonders beim Ton (Qualitätsurteil 1,8 „Gut“) konnte sich das Modell von den Konkurrenz abheben. Mit fast 600 Euro in der Anschaffung ist die Soundbar aber auch fast doppelt so teuer wie die zweitplatzierte Samsung HW-N400 (~ 250 Euro) mit der Note 2,5 „Gut“. Wer auf Netzwerke für Multiroom-Funktionen Wert legt, sollte sich nach Meinung der Stiftung Warentest die Samsung HW-K850 oder die Yamaha YSP-2700 genauer ansehen. Beide Modelle wurden bereits im Jahr 2017 getestet und konnten das Qualitätsurteil 2,1 „Gut“ erreichen. Beanstandet wurde dagegen das Datensendeverhalten der zugehörigen Apps (Stand 2017).

7. Positionierung von Soundbar und Subwoofer

Sony HT-RT3 LifestyleDamit die neue Soundbar auch neues Glück bringt, muss man sie nach dem Kauf richtig installieren. Das ist nicht in allen Fällen einfach. Grundsätzlich gehört der Riegel mittig unter den Fernseher, damit der Sound aus der richtigen Richtung kommt. Hängt der Fernseher an der Wand, empfiehlt sich auch die Installation des Lautsprecherriegels an der Wand. Man sollte also vor dem Kauf prüfen, ob der Platz ausreicht, und das Modell die gewünschte Installationsart unterstützt.

Den Subwoofer kann man in den meisten Fällen frei im Raum aufstellen. Er soll seinen tiefen Klang nicht ortbar verbreiten. Das klappt allerdings nicht immer. Kunden mit gutem Gehör greifen am besten entweder zu Modellen mit integriertem Subwoofer, oder sie stellen ihn nah an der Soundbar recht mittig im Raum auf. Kaufen sie Bassboxen mit einem besonders tiefen Frequenzgang, dann klappt es auch bei genauem Hinhören mit dem Versteck unterm Sofa.

8. Häufig gestellte Fragen – FAQ

Soundbar mit Dolby Atmos – Was ist das?

Einige neue Soundbars unterstützen das neue Dolby-Format, das gegen Auro-3D, DTS:X und 22.2 um die Audio-Vorherrschaft kämpft. Bei der Samsung HW-Serie sind die Lautsprecher so platziert, dass sie den Sound physisch zur Seite und nach oben abgeben. Das soll Töne multidimensional wiedergeben.

Gibt es eine Soundbar mit Radiofunktion?

Die gibt es. Aber nur sehr vereinzelt. Mehr Sinn macht es sicherlich das Radio über den Fernseher und dann die Soundbar laufen zu lassen. Alternativ dazu kann man auch eine Soundbar mit Bluetooth erwerben, die dann via Smartphone-Radio genutzt wird. Einige Modelle wie z.B. die LG SK6F 2.1 Soundbar besitzen aber ein integrierte FM Radio.

Kann man eine Soundbar auch an einen älteren Fernseher anschließen?

Ja das geht. Sie sollten sich aber vorab informieren ob die Soundbar alle benötigten Anschlüsse besitzt und welche Anschlüsse der Fernseher vorweist. Wenn der Fernseher einen HDMI Anschluss besitzt, der kein ARC unterstützt, müssen sie zusätzlich einen optischen digitalen Audio-Ein und -Ausgang verbinden. Falls der Fernseher keinen HDMI- oder optischen digitalen Audioausgang besitzt, müssen die den Fernseher via Analog In-Anschluss mit der Soundbar verbinden.

Was ist der Nachtmodus bei Soundbars?

Bei der Sonos Playbar z.B. werden im Nachtmodus leise Geräusche automatisch verstärkt und sehr laute Geräusche wie Effekte werden leiser. Eine praktische Funktion um keine Nachbarn oder Mitbewohner zu stören und gleichzeitig alle Dialoge zu verstehen.