SD-Speicherkarten + Kamera

© pixabay.com / SD-Speicherkarten für die Digitalkamera

1. Allgemeines zu Speicherkarten

Einhergehend mit der Digitalisierung der Fotografie und anderen Medien, änderte sich auch die Systematik hinter der Datenspeicherung. In der Fotografie bedeutete dies, problemlos Fotos aufzunehmen, unmittelbar einsehen und gegebenenfalls auch wieder löschen zu können. Speicherkarten können aber auch zum Abspeichern von Musik oder Filmen genutzt werden. Prinzipiell eignen sich die Speicherkarten zur Speicherung von allen Dateien, die auch auf einem Computer befindlich sein können. Das direkte Einsehen und Nutzen dieser Dateien hängt allerdings vom jeweiligen Anwendungsgerät ab. Prinzipiell sind Speicherkarten daher als kleine Festplatten zu betrachten, die zur reinen Datenspeicherung, aber auch zur speziellen Anwendung in Geräten genutzt werden können.

Heutzutage können unterschiedlichste Anwendungsgeräte mit Speicherkarten genutzt werden. Digitale Kameras sind hierbei eine der häufigsten Anwendungen. Waren es vor einigen Jahren noch MP3-Player, sind es inzwischen besonders die Smartphones, die häufig ihren Speicherplatz erweitern lassen. Ähnliches gilt auch für Tablets. Diktiergeräte und elektronische Bilderrahmen nutzen die Speicherkapazität ebenfalls häufig. Ein entscheidender Vorteil der Speicherkarten liegt darin, dass sie in standardisierten Größen verkauft werden. Somit können sich die Hersteller der Anwendungsgeräte auf diese Größe einstellen und Kompatibilität ist gleichermaßen gewährleistet.

1.1. SD-Speicherkarten

SD-SpeicherkartenSD-Speicherkarten sind das, was heutzutage am häufigsten mit Speicherkarten assoziiert wird. Bevor die SD-Karte auf den Markt kam, gab es bereits einige Vorgängermodelle. Dazu zählte beispielsweise die Multimedia Card. Das Grundprinzip der Speicherung blieb dabei gleich. SD steht im englischen für Secure Digital, also die sichere und digitale Speicherung von Daten. Die standardisierte Größe beträgt hierbei 32x24x2,1 mm.

1.2. miniSD-Speicherkarten

Die miniSD-Speicherkarten arbeiten nach demselben Prinzip. Die geringe Größe bedingt in der Regel einen etwas höheren Preis für dieselbe Speicherkapazität. Die Größe der miniSD-Karten beträgt 20×21,5×1,4mm. Diese kann besonders in kleineren Geräten verwendet werden. Sie wurde sehr platzsparend entwickelt, weshalb die Karte sich entsprechend anpassen musste. Mit der Hilfe von Adaptern können die miniSD-Karten aber ohne Probleme auch als normale Speicherkarte genutzt werden. Mittlerweile ist das miniSD-Format kaum noch auf dem Markt vertreten. Das gilt für die Karten und für kompatible Geräte gleichsam.

1.3. microSD-Speicherkarten

Dass es noch etwas kleiner geht, zeigen die microSD-Speicherkarten. Sie haben quasi die Rolle der miniSD-Karten übernommen. Sie sind für noch kleinere Geräte entwickelt und sind dabei noch etwas platzsparender. Sie haben eine Größe von 11x15x1mm Größe und lassen sich ebenfalls mit der Hilfe von Adaptern als größere Speicherkarte nutzen.

2. SDHC und SDXC – Die verschiedenen Bezeichnungen im Detail

Bei der Unterscheidung von SD-, SDHC- und SDXC- ist das normale SD-Format das grundlegende Modell. Die anderen beiden werden den UHS-Speicherkarten zugeordnet. Sie gehören weiterhin zu den SD-Modellen, sind aber schneller, da UHS für Ultra-High-Speed steht. Die Geschwindigkeit bezieht sich hierbei auf das Schreiben auf die Speicherkarte und auf das Ablesen der vorhandenen Daten. Die Geschwindigkeit beim Schreiben ist besonders für die Aufnahme von Filmen in hoher Qualität wichtig. Die höhere Geschwindigkeit basiert auf einer neueren Technik, weshalb das Anwendungsgerät nicht immer damit kompatibel ist. Ist es das nicht, können die schnelleren Typen aber dennoch als normale Speicherkarten verwendet werden.

SDHC steht für SD High Capacity, also eine erhöhte Speicherkapazität gegenüber der herkömmlichen SD-Speicherkarte. Sie ist daher eine Weiterentwicklung und erreicht Kapazitäten von bis zu 32 GB. Da die Technik bereits aus dem Jahr 2010 stammt, ist die Kompatibilität heutzutage kein größeres Problem und bei fast allen Geräten gegeben. Größeren Speicherplatz bieten die SDXC-Karten (SD Extended Capacity). Sie sind nicht nur noch etwas schneller, sondern können bis zu zwei Terabyte Speicherplatz besitzen. Die hohe Geschwindigkeit kann allerdings nur bei einigen Geräten vollständig genutzt werden. Der große Speicherplatz ist dennoch ein Vorteil dieser Varianten.

3. Wichtige Ausstattungsdetails

Die grundlegenden Unterscheidungsmerkmale wurden bereits aufgezeigt. Es gibt dennoch weitere Unterscheidungen, sowie Merkmale von SD-Speicherkarten, die zur Kaufberatung eine wichtige Rolle spielen.

3.1. Kapazität

SD-Speicherkarten verschiedener HerstellerDie Kapazität wurde schon unterschiedlich aufgezeigt. Allerdings ist bei dieser Messgröße immer darauf zu achten, wofür die Speicherkarte genutzt wird. Grund ist, dass es Anwendungen gibt, die weniger Speicherplatz benötigen als andere. Aufnahmen mit hochauflösenden Spiegelreflex- oder Systemkameras benötigen bereits bei Fotos einige MB an Speicherplatz je Foto. Bei Videos steigert sich dieser Wert noch einmal. Wenn aber beispielsweise Aufnahmen mit einer einfachen Digitalkamera durchgeführt werden sollen, kann preislich etwas gespart werden, da weniger Speicherplatz benötigt wird.

3.2. Transferraten

Bei den Transferraten beim Lesen und Schreiben kommt es erneut auf die Anwendung an. Prinzipiell sind schnellere Karten natürlich sinnvoller, allerdings werden diese gar nicht immer benötigt. Bei den Schreibegeschwindigkeiten gelten in der Regel 2 MB/s als langsamste Geschwindigkeit. Bis hin zu 280 MB/s gibt es verschiedene Geschwindigkeiten, die abgestuft sind. 4, 6 und 10 MB/s sind für den Alltagsgebrauch weitestgehend ausreichend. Größere Speicherkapazitäten werden nur sehr selten benötigt.

3.3. Class

Die Class geht mit den Schreibgeschwindigkeiten einher. So sind die Abstufungen Class 2, Class 4, Class 6 und Class 10 jeweils mit der Übertragungsrate gleichzusetzen. Die 10 MB/s werden gleichzeitig als UHS Class 1 bezeichnet, während 30 MB/s die UHS Class 3 darstellen. Weitere Unterscheidungen der Klasse gibt es bei der Video Speed Class. Hierbei geht es besonders um die Aufzeichnung von hochaufgelösten Videos, die gleichzeitig bis zu 120 Bilder in der Sekunde aufnehmen. Diese Anwendungen sind aber für die herkömmlichen Videoaufnahmen, selbst mit Spiegelreflexkameras nicht nötig. Hierbei reichen die Video Class 6 für herkömmliche High Definition Videos aus und die Video Class 10 wird für Full HD Aufnahmen benötigt.

3.4. Materialbeschaffenheit

Die Beschaffenheit beschreibt besondere Eigenschaften, die die Karten besonders robust machen. So können Speicherkarten wasser- oder stoßfest sein. Das kommt besonders dann zum Tragen, wenn die Speicherkarte für spezielle Actionkameras eingesetzt wird. Die Kameras sind ebenfalls robust und halten starke Einflüsse aus, weshalb die Speicherkarte es auch sein muss.

3.5. Produktgarantie

Bei der Wahl der richtigen Speicherkarte ist die Garantie immer entscheidend. Für etwas kostengünstigere Modelle ist das unter Umständen nicht ganz so wichtig, wie für teurere Modelle, allerdings spielt auch hierbei die Garantie eine Rolle. Sie ist nicht mit der gesetzlichen Gewährleistung gleichzusetzen. Diese beschreibt, dass der Defekt von Geräten vom Händler repariert oder ersetzt werden muss. Gesetzlich vorgeschrieben ist diese Regelung für zwei Jahre, allerdings besteht eine Beweispflicht nach dem ersten halben Jahr, die ein Eigenverschulden ausschließt. Die zusätzliche Garantie wird meist vom Händler angeboten. Für teure Speicherkarten kann eine zusätzliche Garantie sinnvoll sein. Wenn in diesem Paket eine Wiederherstellung der Daten inbegriffen ist, bringt das weitere Vorteile.

4. SD-Karte für 4k-Aufnahmen – Worauf achten?

SD-Speicherkarte für 4K-Aufnahmen von TranscendEs gibt nicht viele Speicherkarten, die für die Aufnahmen von 4k Filmen kompatibel sind. Der wichtigste Aspekt ist hierbei die Schreibgeschwindigkeit. Diese Geschwindigkeit stellen in der Regel nur UHS Class 3 Speicherkarten zur Verfügung. Das entspricht einer Schreibgeschwindigkeit von mindestens 30 MB/s. Das schafft auch die Video Class 30, weshalb diese ebenfalls für die Aufnahmen geeignet sind.

Höhere Video Classes sind allerdings auch geeignet. Darüber hinaus ist bei der Aufnahme auf eine gewisse Kapazität zu achten. Für kurze Clips eignen sich bereits die kleineren Ausführungen der UHS 3 Class, allerdings werden für entsprechende Aufnahmen Speicherkarten im dreistelligen GB-Bereich benötigt.

5. Wichtige Hersteller

5.1. Transcend

Das taiwanesische Unternehmen Transcend wurde im Jahr 1988 gegründet und verfügt inzwischen über eine große Produktpalette, die sich weitestgehend auf Speicherelemente bezieht. Dazu zählen besonders die verschiedenen Speicherkartentypen, allerdings auch USB-Sticks.

5.2. SanDisk

SanDisk gilt als Markführer im Bereich der Speicherkarten. Das US-amerikanische Unternehmen stellt besonders Speichermedien her und ist für die Entwicklung der ursprünglichen SD-Speicherkarte zuständig. Sie stellen sowohl microSD-Speicherkarten, als auch SDHC und SDXC her. Die Produktpalette variiert von kleinen Speichergrößen bis hin zu dreistelligen GB-Größen.

5.3. Samsung

Samsung, mit seinem Ursprung in Südkorea, ist deutlich breiter aufgestellt als andere Hersteller von Speicherkarten. So werden nicht nur Speicherkarten, sondern auch damit kompatible Produkte hergestellt.

5.4. Toshiba

Ein japanischer Hersteller von Speicherkarten und anderen elektronischen Produkten ist Toshiba. Die verschiedenen Produkttypen wie microSD, SDHC und SDXC gehören genauso zur Produktpalette, wie einige Funkspeicherkarten. Diese übertragen die Daten unmittelbar an ein weiteres Speichermedium.

6. SD Speicherkarten formatieren – So klappt es für Windows & Mac

Um die SD-Speicherkarte zurückzusetzen und die Daten vollständig und rückstandslos zu löschen, ist eine Formatierung notwendig. Darüber hinaus kann der Speichermodus der SD-Karte verändert werden, was für den Gebrauch in einigen Geräten notwendig ist. Die Formatierung wird mit dem Computer durchgeführt und unterscheidet sich in Abhängigkeit zum jeweiligen Betriebssystem.

6.1. Bei Windows-Systemen

Nach dem Einstecken der Speicherkarte muss der Explorer von Windows geöffnet werden. In diesem Menü angekommen, kann dann mit der rechten Maustaste die Speicherkarte angeklickt werden. Danach erscheinen einige Reiter, von denen der Reiter „Formatieren“ ausgewählt wird. Es öffnet sich dann ein Menü. Durch das Anklicken von „Gerätestandards wiederherstellen“ wird ganz einfach der Speicher zurückgesetzt.

Wenn das Speicherformat geändert werden soll, kann das gewünschte Format unter „Dateisystem“ ausgewählt werden. „FAT32“ oder „FAT“ sind in der Regel mit allen Kameras kompatibel. Danach muss noch die Option zur Schnellformatierung ausgewählt werden, bevor der Vorgang bestätigt wird. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem angefügten Video.

6.2. Auf dem Mac

Auf Mac-Produkten vom Hersteller Apple muss die Speicherkarte über das Festplattendienstprogramm angesteuert werden. In dieser Auswahl kann dann die Speicherkarte ausgewählt werden. Nach der Auswahl der Option „Löschen“ kann auch hier das Format ausgewählt werden.

7. SD-Karte beschädigt – Reparieren, Wiederherstellen & Co.

Bei der Beschädigung von SD-Karten können wertvolle Erinnerungen verloren gehen. Allerdings sollte die Hoffnung nicht unmittelbar aufgegeben werden, da es Möglichkeiten zur Reparatur gibt. Manchmal sind die alten Daten dann zwar nicht gerettet, allerdings kann die Speicherkarte unter Umständen noch weiter genutzt werden.

7.1. SD-Karte auf Funktionsumfang überprüfen

Bevor eine Reparatur notwendig wird, sollte zunächst einmal getestet werden, ob die Speicherkarte tatsächlich beschädigt ist. Hierzu muss zunächst ausgeschlossen werden, dass nicht das Lesegerät beschädigt ist. Dazu dient das Umstecken in ein anderes Gerät. Schnelle Panik verursacht ein kleiner Schalter, der zur Sperrung der Speicherkarte führt. Diese sollte umgelegt werden, bevor ein neuer Versuch gestartet wird. Tatsächliche Schäden können bei den Kontaktstellen auftreten, weshalb diese gereinigt werden können. In einigen Fällen ist der Fehler aber auch im System der Speicherkarte, weshalb es bestimmte Softwarelösungen gibt, um die Fehler zu beheben. Viele Beschädigungen lassen sich bereits dadurch verhindern, dass die Speicherkarte in kleinen speziellen Plastikhüllen transportiert wird, sofern sie nicht in einem Gerät eingesteckt ist.

7.2. Wiederherstellung

SD-Speicherkarten verschiedener HerstellerDie Wiederherstellung ist beispielsweise bei Fotos auf Kameras nötig und basiert nicht unbedingt auf dem Schaden der Speicherkarte, sondern auf dem selbstständigen Löschen der vorhandenen Dateien. Die Verwendung der Software „Recuva“ kann beim Wiederherstellen helfen. Die Software unterstützt mehrere Formate und kann so unter anderem Bilder wiederherstellen. Allerdings gibt es hierbei auch Fälle, in denen die Bilder vollständig gelöscht wurden und nicht mehr herzustellen sind. Eine genaue Anleitung zum Tool finden Sie bei Youtube.com.

8. Häufig gestellte Fragen – FAQ

Wie muss eine SD-Karte aufbewahrt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, SD-Speicherkarten aufzubewahren. Am einfachsten ist es natürlich die Speicherkarte im Gerät zu bewahren. So geht sie nicht verloren und ist im Grunde genommen gut geschützt. Bei einer zweiten Speicherkarte wird das allerdings etwas schwieriger, weshalb das Aufbewahren in einer kleinen Schutzhülle nötig wird. Diese werden oftmals direkt mit den Speicherkarten verkauft oder können für kleines Geld erworben werden. Sie schützen die Speicherkarten vor Kratzern und Einschlägen auf die Oberfläche. Hierbei ist die geordnete Aufbewahrung allerdings wichtig. Wenn es noch mehr Speicherkarten werden sollten, ist eine Speicherkarten-Tasche die sinnvollste Alternative. Hier lassen sich mehrere Speicherkarten ordnen und schützen.

Muss man die Speicherkarte defragmentieren?

Prinzipiell dient die Defragmentierung zur Neuordnung der vorhandenen Daten. Das hängt bei Festplatten aber mit den speziellen Gegebenheiten zusammen, da die Daten mit einem Lese-Kopf abgelesen werden. Das ist bei den Speicherkarten nicht möglich, da die SD-Speicherkarten über keinen Lese-Kopf verfügen. Daher müssen und können Speicherkarten nicht defragmentiert werden.

Kann eine SD-Speicherkarte als Festplatte genutzt werden?

Technisch ist das Verwenden von SD-Speicherkarten als Festplatten möglich. Das macht aber nur in wenigen Fällen Sinn. Bei Computern gibt es immer schnellere Alternativen zum gleichen Preis. Bei Tabletts kann eine Speicherkarte mit hoher Geschwindigkeit aber als Festplatte eingebunden werden. Zum reinen Abspeichern von Daten eignen sich Speicherkarten allerdings.

Wie kann ich die Geschwindigkeit meiner SD Karte überprüfen?

Prinzipiell stehen erst einmal die Angaben zur Geschwindigkeit auf der Karte und auf der Verpackung. Die tatsächliche Geschwindigkeit kann darüber hinaus getestet werden. Es gibt spezielle Software, um die Geschwindigkeit zu testen. Hierbei ist allerdings auch immer zu beachten, dass der Test von möglicherweise langsameren Lesegeräten ausgebremst wird.