Gigaset Festnetztelefon

© Western Digital – Das Gigaset SL 400 Festnetztelefon

Obwohl das Festnetztelefon, aufgrund der populären Smartphones, immer mehr in den Hintergrund rückt, kaufen immer noch viele Deutsche ein solches Telefon. Das ist aber auch kein Wunder, da Gespräche in und aus dem Festnetz bei den meisten Anbietern kostenlos sind. Der nahezu größte Teil der in Deutschland erworbenen Festnetztelefone sind Schnurlostelefone. Diese sind bequem nutzbar und man erfreut sich an vollkommener Bewegungsfreiheit. Bei einem sogenannten „DECT-Telefon“ reicht eine Basisstation aus, um bis zu sechs mobile Telefone zu betreiben und so überall erreichbar zu sein. Auch bei fast ausschließlicher Handy-Nutzung haben Festnetz-Telefone ihre Berechtigung. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, sagen wir Ihnen im nachfolgenden.

1. Wichtige Ausstattungsmerkmale

Das Festnetztelefon als solches muss nicht vieles beherrschen. Hier steht für die meisten vor allem die Einfachheit im Vordergrund. Niemand möchte über lange Umwege einen Kontakt anrufen oder den Anrufbeantworter abhören. Auf folgende Ausstattungsmerkmale sollten Sie beim Kauf achten:

1.1. Einfache Bedienung

Eine einfache Bedienbarkeit ist das A und O. Die Menüführung sollte intuitiv und schnell von statten gehen. Außerdem sollte das Festnetztelefon gut in der Hand liegen und wenn möglich schnurlos sein. Wer sich für bekannte Hersteller wie Gigaset, Panasonic und Co. entscheidet, der erhält meist eine durchdachte und einfache Bedienung.

1.2. Großes Display

Gigaset Festnetztelefon in BetriebDas Display ist ein wesentlicher Faktor bei der Auswahl des richtigen Festnetztelefons. Es sollte Zahlen und Buchstaben deutlich sichtbar darstellen können. Für ältere Nutzer ist eine Zoomfunktion für Schriften und Bilder sicherlich sinnvoll. Grafikfähige Farbdisplays sind meist leichter zu bedienen als reine schwarz/weiß-Displays.

Ein relativ neuer Trend sind Schnurlostelefone, die ähnlich wie Smartphones mit einem Touchscreen ausgestattet sind. Wer das für wichtig hält, sollte speziell danach Ausschau halten.

1.3. Gesprächsqualität

Leider zählt die Gesprächsqualität nicht zu den ausgesprochenen Stärken der schnurlosen Festnetztelefone. Verwendet man ein solches Gerät direkt am Ohr, dann ist die Sprachqualität meistens passabel. Beim Freisprechen jedoch klingt die Stimme des Gesprächspartners oftmals ziemlich unnatürlich. Schnurgebundene Telefone erreichen oft eine deutlich bessere Gesprächsqualität.

1.4. Anrufbeantworter

Der eingebaute Anrufbeantworter ist für die meisten Käufer ein wichtiger Punkt. Der Anrufbeantworter sollte über das Mobilteil abrufbar sein und eine hohe Aufnahmekapazität besitzen. Im Schnitt liegt diese bei rund 15 bis hin zu 40 Minuten. Wer öfter mal im Urlaub ist und oft angerufen wird, sollte auf eine hohe Aufnahmekapazität achten.

1.5. Lange Akkulaufzeit

Mitentscheidend bei Ihrer Kaufentscheidung sollten der Akku und seine Leistung sein. Preiswerte Telefone besitzen häufig einen Nickel-Cadmium-Akku (NiCd). Dieser ist preiswert, doch wiegt er auch ziemlich viel und unterliegt dem so genannten Memory-Effekt. Am besten geeignet sind Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion). Diese sind überaus leicht und dennoch ziemlich leistungsfähig. Auch tritt bei ihnen kein nerviger Memory-Effekt auf. Um nicht fast nach jedem Gespräch aufladen zu müssen oder mitten im Gespräch unterbrochen zu werden, sollte der Akku möglichst leistungsfähig sein. Als Standard gelten an die 100 Stunden Betriebsbereitschaft und mindestens zehn Stunden reine Gesprächszeit.

1.6. Leichte Erweiterbarkeit

Ein angenehmer Vorteil von Schnurlostelefonen bzw. DECT-Anlagen ist die Möglichkeit, mit zusätzlichen Mobilgeräten eine individuelle Telefonanlage gestalten zu können. Alle verwendeten Geräte müssen allerdings den sogenannten „GAP-Standard“ (Generic Access Profile) unterstützen. Dadurch können weitere Mobilteile, egal von welchem Hersteller, eingebunden werden. Abhängig von der Basisstation können bis zu sechs Schnurlostelefone in einem Haushalt eingesetzt werden.

1.7. Reichweite

Die Reichweite eines Festnetztelefons beträgt ungefähr bis zu 300 Meter im Freien und bis zu knapp 50 Meter innerhalb von Gebäuden. Zumindest geben das die meisten Hersteller an. Allerdings sind das eher theoretische Angaben, diese Werte sind in der Praxis nur selten zu erreichen.

2. Strahlung von DECT-Telefonen

Bereits seit einigen Jahren fordert das Bundesamt für Strahlenschutz die deutliche Senkung von Strahlenbelastung. Die Hersteller reagieren darauf und haben auch strahlungsreduzierte Telefonmodelle mit einem „ECO- oder Öko-Modus“ entwickelt. Allerdings wurden bislang keine einheitlichen Standards für die Strahlenreduktion ausgearbeitet und leider existieren auch zahlreiche unterschiedliche Varianten, die wir Ihnen im nachfolgenden kurz erklären wollen.

  • Der „ECO-Mode“: Dabei wird die entstehende Strahlung üblicherweise um das 10- bis 100.000-Fache reduziert, allerdings nur dann, wenn nicht telefoniert wird. Der ECO-Mode ist somit der niedrigste Standard zur Strahlungsreduktion.

  • Der „ECO Modus plus“: Beim ECO Modus plus, der auch „Full ECO Mode“, „Fulleco“ oder als „DECT zero“ bezeichnet wird, schaltet sich die Basisstation gänzlich ab, auch dann, wenn einige der angeschlossenen Mobilteile angemeldet sind. Bei den meisten Telefonen erfolgt die Abschaltung nach etwa 20 Sekunden bis zwei Minuten nach Beendigung des Gesprächs.

Ist die Strahlung nun gefährlich? Ja! Die meisten Studien belegen aber, dass die kurzzeitige Strahlungsintensität, die von einem Festnetztelefon ausgeht, nicht ausreicht um den Menschen gefährlich zu werden. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, sollte sich ein Telefon mit ECO Modus besorgen, oder aber zum altbekannten schnurgebundenen Telefon greifen.

3. Internettelefonie via VOIP

Gigaset Go Box für VOIPDa über kurz oder lang jeder Anschluss auf IP-Telefonie umgestellt wird, sollte man einen kurzen Blick auf diese Technologie werfen: Bei der IP-Telefonie, der „Voive over IP„, ist das Telefon nicht an die TAE-Buchse der Telefondose oder an eine ISDN-Box angeschlossen, sondern an das VoIP-fähige Kabelmodem oder den DSL-Router. Die vom analogen Telefon in elektrische Impulse umgewandelten Schallwellen werden digitalisiert, komprimiert und in Datenpakete gepackt. Danach werden diese über das Internet-Protokoll zum Telefon-Server des Anbieters gesendet. Dieser tauscht die Daten in weiterer Folge mit dem Gesprächspartner aus.

Damit man für eingehende Anrufe erreichbar ist, muss der Router dauernd online bleiben. Bei manchen Anbietern nimmt er dazu eine zweite „Einwahl“ (eine sogenannte „PPPoE-Session“) vor. Diese zweite Verbindung ist ausschließlich für den Telefondatenverkehr zuständig. Werden keine Telefongespräche geführt, steht die VoIP-Bandbreite auch für andere Internet-Übertragungen zur Verfügung.

Einige Provider ermöglichen es, von jedem Internet-Zugang aus über ein Online-Kundencenter IP-Telefonie-Einstellungen vorzunehmen. Dazu z.B. zählen Rufumleitungen, Sperren bestimmter Rufnummern beziehungsweise paralleles Klingeln an mehreren Telefonen. Die Gesprächsqualität kann zwar besser sein als bei üblichen Telefonanschlüssen, sie kann aber auch schwanken oder zu Aussetzern führen.

4. Anleitung: DECT-Telefon an FritzBox anschließen

Die meisten Besitzer einer Fritzbox denken, sie hätten ein DSL-Modem mit eingebautem Router. Das stimmt grundsätzlich. Aber das einige der populärsten Modelle auch erstklassig mit Telefonen können, ist vielen Nutzern gar nicht bekannt. Dabei ist die Nutzung der Fritzbox als Basisstation komfortabel, simpel und bietet noch einige Zusatzfunktionen. Ein paar Arbeitsschritte muss man aber schon beachten. Hier das Wesentliche:

4.1. Welche Fritzbox kann DECT? Ist sie auf dem neuesten Stand?

Grundsätzlich erkennt man Fritzboxen mit Telefonfunktion am Namenszusatz „Fon“. Die Modellnummern 7580, 7490, 7560, 7430, 7360 sind alle in der Lage, als Basisstation für Telefonanlagen eingesetzt zu werden. Grundsätzlich lassen sich Telefone hier auch per Kabel anschließen. Für den Schnurlos-Betrieb braucht man Telefone nach DECT-GAP-Standard. GAP ist weit verbreitet – viele aktuelle Modelle beherrschen ihn.

Wirklich wichtig ist, dass die Fritzbox auf dem neuesten Stand ist. Die sogenannte Firmware muss aktualisiert werden. Das klingt kompliziert, geht aber recht einfach. Ein PC, der per Kabel oder WLAN im Netzwerk der Fritzbox hängt, muss in einem Browser die Adresse http://fritz.box aufrufen. Hier befindet sich die Administrations-Oberfläche – sie ist auch für die Einrichtung der Basisstation wichtig. Zuerst aber muss man nur den Menüpunkt „System/ Assistenten > Firmware aktualisieren“ finden und aufrufen. Ist eine neue Version vorrätig, muss man das Update starten und ein paar Minuten warten, bis die Box neu gestartet ist.

4.2. So wird die Basisstation eingerichtet

AVM Fritz!BoxDie wichtigen Einstellungen findet man einfach unter dem Menüpunkt „DECT > Basisstation“. Hier muss der Haken bei „DECT aktiv“ gesetzt werden. Sicherheitshalber sollte auch ein neuer vierstelliger PIN-Code unten auf derselben Seite eingerichtet werden. Beide Einstellungen müssen auch bestätigt werden.

Ist die Einstellung richtig vorgenommen, taucht links ein neues Untermenü auf: Schnurlostelefone. Hier lassen sich die Mobilteile einrichten. Das funktioniert einfach über einen Assistenten (ein Hilfsprogramm), der den Prozess Schritt für Schritt erläutert. Grundsätzlich muss auf dem Telefon nach einer neuen Basisstation gesucht werden. Wie genau das funktioniert, hängt wesentlich vom Telefon ab. In der Regel klärt die jeweilige Bedienungsanleitung, wie die die Verbindung zu Basistationen aufgebaut wird. Beim Herstellen einer Verbindung wird dann nach dem zuvor eingerichteten PIN-Code gefragt. Anschließend nimmt die Box noch einen Funktionstest vor: Wenn das Telefon klingelt, ist es richtig eingerichtet.

4.3. So stellt man die DECT-Anlage richtig ein

Jetzt ist das Telefon mit der Basisstation verankert. Ein paar Kleinigkeiten müssen aber noch eingestellt werden, und die Fritzbox sollte auch direkt in dem Assistenten danach fragen: Besitzt der Telefonanschluss mehr als eine Nummer, kann man das Telefon hier mit einer bestimmten Nummer verknüpfen. Praktisch in Haushalten mit mehreren Geräten ist noch die Vergabe einer leicht verständlichen Kennung für das Telefon, etwa „Küche“ oder „Kinderzimmer“.

In den Telefonie-Einstellungen lassen sich dann viele Details kontrollieren und einstellen: Welche Geräte sind angeschlossen? Dürfen sie Anrufe annehmen? Welche interne Rufnummer haben sie? Wird der interne Anrufbeantworter genutzt? So können auch private Haushalte mit ein bisschen Spielerei zu komfortablen Telefonanlagen mit ausgefeilter Funktionsvielfalt kommen.

4.4. Was die Fritzbox als Basisstation sonst noch kann

Mit dem Gratistool Fritzfax kann man auch Faxe über die Fritzbox verschicken! Es ist kostenlos und direkt bei AVM.de erhältlich. Die Einstellungen für das Tool sind weitgehend selbsterklärend. Auch die Fritzbox findet das Tool selbstständig. Fritzfax richtet einen vermeintlichen Drucker auf dem System ein – aus jedem Programm heraus kann man dann faxen, indem Dokumente an den Fritztool-“Drucker“ geschickt werden.

Per WLAN werden ganz viele mobile Geräte zum Schnurlos-Telefon. In der WLAN-Reichweite der Fritzbox lassen sich beliebige iOS- und Android-Geräte vom iPad bis zum Smartphone als Telefon einsetzen. Die App FritzApp Fon ist dafür Voraussetzung. Einmal installiert ist die Herstellung einer Verbindung ganz einfach. Und so kann man zu Hause zu Festnetzpreisen telefonieren – oder die Kinder gratis auf ihren Smartphones anrufen, wenn das Essen fertig ist. Wer alleine lebt, der spart sich so die Anschaffung eines DECT-Telefons komplett.

Super für Eltern ist auch die Babyfon-Funktion. Ein Telefon der Anlage wird mit einfachen Tastenbefehlen auf Raumüberwachung geschaltet und ruft ab einem gewissen Geräuschpegel eine andere Nummer an – ob extern oder im selben Netz.