Concept Brettspiel von Repos

© Repos Production – Concept Brettspiel

In der heutigen Zeit wird das klassische Brettspiel immer öfter von digitalen Geräten verdrängt. Trotz dessen gibt es immer noch viele Familien, die es zu schätzen wissen, wenn die komplette Familie an einen Tisch kommt um gemeinsam ein Gesellschaftsspiel zu spielen. Das Wetter lässt zu wünschen übrig und die Kinder bestürmen die Eltern mit der Frage, was man denn bloß tun könnte. In diesem Fall helfen die beliebten Klassiker für schlechtes Wetter, nämlich Brett- und Gesellschaftsspiele. Was macht mehr Spaß, als gemeinsam zusammenzusitzen – eine Tradition, die bereits einige Tausend Jahre alt ist. Denn Gesellschaftsspiele existieren bereits seit etwa 4.000 Jahren und sind auch heute noch ein ebenso beliebter Zeitvertreib.

Vor allem für Kinder sind Brett- und Gesellschaftsspiele zwecks der Ausbildung von Gruppengefühl und -dynamik sehr gut geeignet. Denn die Spiele erfordern Konzentration und Teamfähigkeit, sie bringen aber auch jede Menge Spaß. Also eine sinnvolle Abwechslung in Zeiten von Smartphone, Tablet und anderen elektronischen Gadgets. Grundsätzlich gliedern sich Gesellschaftsspiele in Brett-, Karten- und Würfelspiele. Mittlerweile werden auch Strategiespiele in allen drei Varianten angeboten, diese bieten oftmals sehr spannende Aufbauthematiken in historischem Ambiente.

1. Worauf sollte man beim Kauf achten?

1.1 Personenanzahl

MonopolyBezogen auf die Personenanzahl gibt es für jeden Bedarf die passenden Spiele. So sind z.B. Spiele für zwei Personen sehr beliebt bei Paaren oder auch bei Familien, in denen zum Beispiel nur ein Elternteil mit einem Kind spielt. Sollten einmal weitere Mitspieler fehlen, dann bieten solche 2er-Spiele eine willkommene Abwechslung. Aber auch für eine größere Teilnehmeranzahl ist gesorgt und es werden auch Spiele für bis zu zwölf Personen und mehr angeboten.

1.2 Altersbeschränkung

Wer sich für kindergeeignete Spiele interessiert, braucht eine Übersicht über die Alterszuordnung von Spielen. Die Hersteller von Spielen bieten als Hilfe die Altersangabe auf den Spielkartons an. So findet sich bei der Mehrzahl der Spiele eine direkte Angabe auf dem Karton, entweder in Gestalt einer unteren Altersbegrenzung oder einer unteren und oberen Begrenzung. Auch seriöse Online-Shops weisen auf ihren Internetseiten auf die Altersfreigabe hin.

1.3 Verständliche Spielanleitung

Bei einem Gesellschaftsspiel sorgen Spielregeln und Spielanleitungen für eine angenehme Atmosphäre und für gleiche und gerechte Bedingungen für alle Spieler. Eine Spielanleitung muss vor allem systematisch aufgebaut und verständlich sein. Bei modernen komplizierteren Gesellschaftsspielen passiert es oft, dass die Spielanleitung anfangs vorgelesen wird, manche Spieler aber nicht aufpassen und sich dann ungerecht behandelt fühlen.

1.4 Spieldauer

Die Spieldauer der heutigen Brett- und Gesellschaftsspiel reicht üblicherweise von etwa 30 Minuten bis zu etwas mehr als einer Stunde. Generell geht der Trend jedoch zur kürzeren Spieldauer. Aber auch drei Stunden oder mehr für ein interessantes Spiel wie z.B. Monopoly sind keine Seltenheit.

2. Deutscher Spielepreis

Dem Umstand, dass Gesellschaftsspiele im Freizeitverhalten der Menschen eine nicht unwesentliche Rolle spielen, wird durch den Deutschen Spielepreis Rechnung getragen. Seit dem Jahre 1990 wird dieser Spielepreis für deutschsprachige Brett – und Kartenspiel-Neuheiten vergeben. Gekürt werden das beste Familien- und Erwachsenenspiel und das beste Kinderspiel des aktuellen Spielejahrgangs.

Vergeben wird der Deutsche Spiele Preis jährlich im Oktober am Vorabend der Internationalen Spieltage in der Messe Essen. Die Gewinner des Jahres 2015 sind in der Kategorie „Bestes Familien- und Erwachsenenspiel“ das Spiel „Auf den Spuren von Marco Polo“, für das beste Kinderspiel des aktuellen Spielejahrgangs wurde „Spinderella“ ausgezeichnet.

3. Die Gewinner des Deutschen Spielepreises

3.1 Gewinner 2015

Auf den Spuren von Marco PoloAls Gewinner des Jahres in der Kategorie „Bestes Familien- und Erwachsenenspiel“ hat das Spiel „Auf den Spuren von Marco Polo“ einige Aufmerksamkeit erregt. Ende des 13. Jahrhunderts brechen die beiden Händler Niccolo und Matteo Polo zu ihrer zweiten Reise gegen Osten auf. Mit dabei der junge Marco, Sohn von Niccolo Polo. Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines der Gefährten. Das Spiel dauert insgesamt fünf Runden, der Spieler wählt eine Aktion und kann zwischenzeitlich aus diversen Zusatzaktionen wählen.

Als Gewinner des Jahres in der Kategorie „Bestes Kinderspiel“ hat das Spiel “ Spinderella“ die Sympathien der Jury erringen können. In „Spinderella“ geht es um Ameisen und Spinnen. Die Ameisen eilen über den Waldboden dahin und darüber lauern auf einer zweiten Spielebene drei Spinnen in ihrem Netz. Werden jedoch zwei der Spinnen bewegt, so sorgt ein Magnet-Mechanismus dafür, dass eine der Spinnen sich an ihrem Faden abseilen kann und eine der Ameisen fängt. Die Spieler bewegen entweder ihre Ameise oder eine der Spinnen.

3.2 Gewinner 2016

Als Gewinner des Jahres 2016 hat sich das Spiel „Mombasa“ aus der Feder von Alexander Fister als bestes Familien- und Erwachsenenspiel klar gegenüber der Konkurrenz durchgesetzt. Hierbei handelt es sich um eine komplexe Wirtschaftssimulation mit cleverer Aktionsprogrammierung. Spielbar ab 12 Jahren investieren die 2 – 4 Spieler in eine Kompanie in Afrika, bei der mehr Verstand als Glück gefragt ist. Gehandelt werden Waren wie Kaffee, Bananen oder Baumwolle.

Das Spiel mit dem Namen „Leo muss zum Friseur“ wurde 2016 zum Kinderspiel des Jahres gekürt. Das Ziel ist es Leo den Löwen zum Friseur zu begleiten und sich dabei einige Dinge zu merken. Das Spiel ist also ein kooperatives Merkspiel ab 6 Jahren, das für bis zu 4 Spieler geeignet ist.

3.3 Gewinner 2017

Terraforming MarsDas Spiel mit dem Namen „Terraforming Mars“ ist der aktuellste Preisträger vom Spiel des Jahres. Das von Jakob Fryxelius erdachte Spiel dreht sich darum den Mars bewohnbar zu machen. Hier müssen die bis zu 5 Spieler den Terraforming-Prozess vorantreiben und den Mars z.B. mit atembarer Atmosphäre und Ozeane voller Wasser erschaffen. Aber Achtung, die Spieldauer hat es mit 90 – 120 Minuten in sich.

Icecool von Amigo wurde zum Kinderspiel des Jahres 2017 gekürt. In dem rasanten Schnippspiel spielen die Kinder mit Pinguinfiguren in einem schicken 3D-Aufbau. Die Spielregeln sind einfach und für jeden verständlich. Das Ziel ist es: Entweder alle anderen Pinguine zu fangen, oder alle Fische deiner Farbe einzusammeln. Das vom Hersteller empfohlene Mindestalter für das Spiel beträgt 6 Jahre und ist für bis zu 4 Spieler geeignet.

3.4 Gewinner 2018

Für den Deutschen Spielepreis 2018 läuft die Abstimmung noch bis zum 31.07.2018 unter https://www.dspvoting.de/. Jeder kann hier für seine Lieblingsspiele abstimmen. Die Preisträger werden Anfang Oktober 2018 bekannt gegeben.

4. Beliebte Klassiker

Was beliebte Brett- und Gesellschaftsspiele anbelangt, so gibt es eine überaus große Zahl davon. Einige haben allerdings einen Beliebtheitsgrad erlangt, der sie zu Klassikern hat werden lassen.

  • Brettspiele-Sammlung: In solche Sammlungen sind die beliebtesten Brettspiele für die ganze Familie enthalten. So z.B. Schach, Backgammon, Mensch ärgere dich nicht, Mühle, Sudoku, Mahjong oder Schiffe versenken. Die solche meist auch sehr aufwändig gestaltete Sammlung vereint die beliebtesten und erfolgreichsten Brett- und Gesellschaftsspiele.

  • Klassische Kartenspiele wie MauMau, Uno: Vor allem in Deutschland und Österreich sehr beliebte Kartenspiel-Klassiker sind Mau Mau und UNO. Ziel ist es, die Karten schnellstmöglich loszuwerden. Gespielt wird mit insgesamt 32 Karten und jeder Spieler erhält sechs Karten, die erste Karte des Stapels wird aufgedeckt. Jeder der Spieler muss eine seiner Karten ausspielen, diese sollte entweder mit der Farbe oder der Zahl mit der aufgedeckten Karte übereinstimmen.

  • Schwarzer Peter: Der Klassiker schlechthin ist eines der ältesten Kartenspiele für Kinder. Gespielt wird es mit 15 Kartenpaaren und dem Schwarzen Peter. Mittels Kartenziehen müssen die Mitspieler versuchen, möglichst viele Paare zu sammeln, und wer am Ende den Schwarzen Peter übrig behält, hat verloren.

  • Monopoly: Monopoly ist ein bekanntes Brettspiel. Ziel ist es, ein Grundstücksimperium aufzubauen und alle anderen Mitspieler Mieten bezahlen zu lassen. Dazu erwirbt man möglichst viele Besitzrechte und kassiert in weiterer Folge von den Mitspielern Spielgeld, wenn diese durch Würfeln auf einem solchen Feld landen.

5. Bekannte Spieleverlage

5.1 Ravensburger

Der Ravensburger Verlag kann eine lange Historie vorweisen. Bereits 1884 wurde das Erste Spiel mit dem Namen „Die Reise um die Erde“ von Unternehmensgründer Otto Maier vorgestellt. Sein Ziel damals war es die Unterhaltung und die Belehrung zu verbinden. Noch heute publiziert der Verlag viele Titel. Mit Spielen wie „Scotland Yard“ oder „Das verrückte Labyrinth“ konnte der Verlag bereits zahlreiche Spielepreise entgegennehmen. Mittlerweile kann Ravensburger sogar einen Freizeitpark zwischen der gleichnamigen Stadt Ravensburg und dem Bodensee sein Eigen nennen.

5.2 Kosmos Verlag

Der KOSMOS Verlag ist ein Medienunternehmen mit Sitz in Stuttgart und gehört sicherlich zu den bekanntesten Spiele-Herstellern. Der Verlag hat unzählige Spiele im Sortiment, die bereits mit Kritikerpreisen oder zum Spiel des Jahres gewählt wurden. Darunter auch Klassiker wie Catan, Die Legenden von Andor oder Keltis. In den USA haben die Spiele des Verlages den Erfolg der German Games mitbegründet.

Spieleverlage - Ravensburger, Kosmos, Pegasus, Asmodee, Hans im Glück

5.3 Pegasus Spiele

Der Pegasus Spiele Verlag ist bereits seit 1993 aktiv. Das in Hessen ansässige Unternehmen kümmert sich mittlerweile nicht mehr nur um den Vertrieb, sondern auch um den Verlag erfolgreicher Gesellschaftsspiele. Mit „Camel Up“, „Istanbul“ oder „Kingdomino“ konnte der Verlag bereits zahlreiche Spielepreise entgegennehmen.

5.4 Heidelberger Spieleverlag / Asmodee

Der Heidelberger Spieleverlag war ein deutscher Verlag, der sein Geschäftsgebiet komplett auf Spiele ausgelegt hat. In den 90er Jahren gegründet, fusionierte der Verlag Anfang 2017 mit dem französischen Spieleverlag Asmodée. Herausgebracht hat der Verlag unter anderem Klassiker wie „Civilization – Das Brettspiel“, „Codenames“ oder „Der Herr der Ringe – Das Kartenspiel“.

5.5 Hans im Glück

Der Hans im Glück Spieleverlag existiert bereits seit 1983 und konnte bereits zahlreiche Spielepreise einheimsen. Der Verlag bestand die meiste Zeit seiner Existenz aus einem sehr kleinen Team. Dennoch konnte das Unternehmen mit dem Spiel Carcassone einen riesen Hit verzeichnen. Das Spiel wurde weltweit mehrere Millionen Mal verkauft.

6. Häufig gestellte Fragen – FAQ

Gibt es ähnliche Brettspiele zu den Siedler von Catan?

Das Spielprinzip von „Die Siedler von Catan“ ist natürlich einzigartig. Wer sie noch nicht kennt, sollte sich die zahlreichen Erweiterungen genauer ansehen. Dort gibt es mit „Seefahrer“, „Städte & Ritter“, „Händler & Barbaren“ sowie „Entdecker & Piraten“ eine Vielzahl. Es gibt auch eine ganze Reihe von Spielen, die in einem ähnlichen Genre vertreten sind. Darunter kann man das Spiel „Titicaca“, „EVO“, „Löwenherz“, „Ursuppe“ oder auch die „Die Sternfahrer von Catan“ zählen.

Was sind Escape-Room-Brettspiele?

Escape Games oder Rooms boomen in ganz Deutschland. Das Prinzip der Spiele: Eine Gruppe von Menschen muss in einer vorgegebenen Zeit ein Rätsel oder eine Aufgabe lösen. Ganz nach dem Vorbild hat auch der Kosmos-Verlag Ende 2016 mit „Exit – Das Spiel“ ein Escape-Game-Abenteuer auf den Markt gebracht. Schön ist hierbei auch, dass die Erweiterungen mit Zusatzfällen meist sehr günstig erhältlich sind, zumindest wenn man das Ausgangsspiel besitzt.

Was war das erste Brettspiel der Welt?

Erste Aufzeichnungen über Spiele wurden erst im 13. Jahrhundert gemacht. Als eines der ältesten und bekanntesten Brettspiele gilt das „Königliche Spiel von Ur“, dessen Ursprünge vermutlich in Mesopotamien liegen. Bei Ausgrabungen fand ein britischer Archäologe in den 1920er Jahren mehrere Spielbretter gleichartigen Aussehens. Datiert wurden diese auf ca. 2600 v. Chr. Besichtigt werden kann eines der Spielbretter im British Museum in London.