Bosch Schlagbohrmaschine

© Bosch – Die PSB 750 Schlagbohrmaschine von Bosch

Eine Bohrmaschine ist heutzutage in nahezu allen Haushalten vorhanden, sie ist wahrscheinlich das am häufigsten genutzte Werkzeug eines Heimwerkers. Bohrmaschinen sind ein sehr leistungsfähiges Elektrowerkzeug, mit dem Sie die unterschiedlichsten Arbeiten erledigen können. Vor allem ist es ein Gerät, mit dem Sie Löcher in verschiedene Materialien bohren können, von Holz über Kunststoff bis hin zu Stein und Beton. Wichtig ist es, beim Kauf eines solchen Gerätes auf die spezifischen Leistungsmerkmale und Funktionen zu achten.

Die Funktionsweise einer Bohrmaschine ist relativ einfach: Das Gerät besteht aus zwei Teilen, einem Elektromotor und einem Getriebe. Der Elektromotor ist dafür verantwortlich, dass sich der Bohrer dreht. Solche Motoren haben üblicherweise sehr hohe Drehzahlen, damit sie stabil und rund laufen. Allerdings sollte sich der Bohrer nicht so schnell drehen, deshalb wird die Drehzahl des Bohrers über das Getriebe geregelt. Gute Bohrmaschinen verfügen in aller Regel über zwei verschiedene Gänge, die man zusätzlich in ihrer Drehrichtung ändern kann.

1. Die verschiedenen Typen von Bohrmaschinen

Für jedes Material gibt es den passenden Bohrer. Das ist wichtig, da das falsche Gerät mit zu viel oder zu wenig Kraft das Material zerstören könnte. Zwischen Schlagbohrer und Bohrhammer entscheiden sich die meisten Handwerker, weil sie einander ähnlich sind. Aber trotz der äußeren Ähnlichkeit, sind sie für vollkommen unterschiedliche Arbeiten gedacht.

Bosch SchlagbohrmaschineUmgangssprachlich ist die Bezeichnung „Bohrmaschine“ ein Allgemeinbegriff, der für unterschiedliche Geräte verwendet wird. Diese unterscheiden sich in der Art des Bohrantriebs und den Anwendungsbereichen. Es wird unter den folgenden Typen unterschieden:

  • Die Bohrmaschine: Ist für leichte Arbeiten in Holz und Metall konzipiert

  • Die Schlagbohrmaschine: Zum Bohren in Kalksandstein, Ziegel, Klinker und auch Metall

  • Der Bohrhammer: Eignet sich zum Bohren in Naturstein und Beton

1.1. Die klassische Bohrmaschine

Wenn Sie eine klassische Bohrmaschine kaufen, erhalten Sie meist ein Modell ohne Schlag- oder Hammerfunktion. Das bedeutet, dass die Bohrmaschine über keine hämmernde Funktion verfügt, wenn sie auf das zu bohrende Material gedrückt wird. Achten Sie darauf, ein Modell mit Drehzahlregulierung zu erwerben. Auch ein Sanftanlauf sollte vorhanden sein. Dieser sorgt dafür, dass die Bohrmaschine bei leichtem Druck auf den Auslöser langsam anbohrt und bei zunehmendem Druck schneller wird.

1.2. Die Schlagbohrmaschine

Wollen Sie in harten Materialien wie z.B. Stein, Beton oder Mauerwerk bohren, benötigen Sie eine Schlagbohrmaschine. Sie verfügt über ein Schlagwerk, das Sie zum Bohren von harten Materialien benötigen. Seine Aufgabe ist es mit wiederholten, schnellen Schlägen, Löcher in das Material zu treiben. Diese schnellen Schläge verbrauchen viel Energie, was den Schlagbohrer nicht gerade zu einem Stromsparer macht. Außerdem setzt er das Material ziemlich unter Spannung, weshalb er eher für nachgiebigere Materialen geeignet ist. Die Schlagfunktion der Bohrmaschine kann jederzeit an- und ausgeschaltet werden. Ist sie ausgeschaltet, dann arbeitet das Gerät wie eine herkömmliche Bohrmaschine.

Durch seine vielen kleinen Schläge kommt er auch gut durch schweres und dichteres Material. Bei dünneren Wänden oder leicht brüchigem Material ist er nicht zu empfehlen. Schlagbohrer sind heute nicht mehr so groß und klobig, wie sie lange Zeit waren. Einige Modelle sind inzwischen so ausgestattet, dass sie in beide Richtungen drehen können. Ein Vorteil, wenn der Bohrer sich verhakt oder fein nachgebohrt werden muss.

Die Schlagbohrmaschine ist also besonders geeignet für:

  1. Kalksandstein
  2. Vollziegel
  3. Vollklinker

1.3. Der Bohrhammer

Bosch BohrhammerMüssen Sie jedoch vor allem harte Materialien, wie beispielsweise Beton bearbeiten, dann empfiehlt sich die Anschaffung eines Bohrhammers. Er wurde später entwickelt, hauptsächlich für die Arbeit bei Gestein, welches spröder ist und schnell brechen kann. Dieser verfügt über ein besonders kräftiges Schlagwerk. Der Unterschied zwischen einem Bohrhammer und einer Schlagbohrmaschine ist, dass der Bohrhammer über eine höhere Schlagenergie (Joule) verfügt. Deshalb ist ein Bohrhammer besonders für Stein oder Beton zu gebrauchen. Auch hier kann die hämmernde Funktion meist ausgeschaltet werden.

Der Bohrhammer ist also besonders geeignet für:

  1. Normalbeton
  2. Leichtbeton

1.4. Fazit: Welches System ist das Richtige?

Ob nun Bohrhammer oder Schlagbohrer hängt vor allen Dingen vom Material ab. Beim Arbeiten mit Beton o.ä. ist der Bohrhammer von Vorteil. Stabile Gesteine (Mauerwerk) im Beruf und Garten lassen sich dagegen auch mit einem Schlagbohrer bearbeiten. Außerdem sollte man beim Kauf einer Maschine auf die angegebenen maximal Bohrdurchmesser für das jeweilige Material achten.

2. Wichtige Ausstattungsmerkmale

Grundsätzlich gilt: Je mehr Leistung die Bohrmaschine hat, desto besser. In Bezug auf die Drehzahl (Leerlaufdrehzahl) gilt das Gleiche – je höher desto besser. Eine Drehzahl von etwa 2.500 Umdrehungen pro Minute ist vollkommen ausreichend. Sollten Sie viel mit Holz arbeiten, empfiehlt sich eine Drehzahl von 4000 Umdrehungen pro Minute.

Die Schlagzahl gibt an, wie viele Schläge pro Minute ein Gerät ausführen kann, gibt an. Auch hier gilt die gleiche Regel. Dabei reicht eine Schlaganzahl von 40.000 Schlägen pro Minute vollkommen aus.

Die Bohrleistung eines Bohrhammers wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Einerseits benötigt die Maschine die Schlagenergie, welche in Joule angegeben wird und mindestens zwischen 2,0 und 3,5 Joule liegen sollte. Je höher sie ist, umso leichter dringt der Bohraufsatz in hartes Material ein. Für durchschnittliche Anforderungen reicht eine Schlagenergie von etwa 2,5 Joule aus.

Das Drehmoment einer Bohrmaschine gibt an, wie stark der Motor ist. Je höher also das Drehmoment einer Bohrmaschine, desto größere und tiefere Löcher können gebohrt werden.

Das Bohrspannfutter gilt als ein wichtiges Teil der Bohrmaschine, es ist schließlich für die Aufnahme des Bohrers zuständig. Ein sogenanntes Schnellspannbohrfutter wird, wie der Name bereits verrät dort eingesetzt, wo ein schneller Bohrerwechsel erforderlich ist. Bei diesem Bohrfutter gibt es keinen Bohrfutterschlüssel, die Spannbacken werden per Hand bewegt. Ein SDS-Bohrfutter ist ein spezielles Einstecksystem aus der Feder Boschs. Bei diesem System ist der Bohrerschaft mit speziellen Nuten versehen, die eine bessere Kraftübertragung gewährleisten und einfach einzustecken sind.

Achten Sie also vor dem Kauf auf:

  1. Die Schlagzahl pro Minute (Schlagbohrmaschine)
  2. Drehmoment in Newtonmeter (Schlagbohrmaschine)
  3. Schlagenergie in Joule (Bohrhammer)
  4. Motorleistung in Watt (hat weniger Auswirkungen als die anderen Punkte)

3. Einige nützliche Tipps zum Bohren

Bohren ist im Grunde genommen ganz einfach. Wer einige Voraussetzungen beachtet, dem gelingt das perfekte Bohrloch.

  • Achten Sie vor dem Ansetzen des Bohrers auf einen festen Stand, damit Sie die Maschine sicher und stabil führen können. Achten Sie bei der Wahl der Bohrstelle auf Ihre Sicherheit. Stellen Sie sich nicht auf einen wackeligen Stuhl, sondern benutzen Sie eine stabile Leiter.

  • Beim Bohren von Löchern in Wände stellen Sie sicher, dass an der betreffenden Stelle keine Strom-, Gas- oder Wasserleitungen verlaufen. Einen einfachen Leitungsfinder können Sie in jedem Baumarkt erwerben.

  • Auch der Durchmesser und die Tiefe der Bohrlöcher sind wichtig. Grundsätzlich sollte das Bohrloch denselben Durchmesser haben wie der Dübel, der verwendet wird. Allerdings sollten Sie bei weichen Materialien wie Gips zunächst einen etwas kleineren Bohrer nehmen, da Löcher in weichen Werkstoffen schnell größer werden als geplant. Die optimale Bohrlochtiefe entspricht der Dübellänge plus zehn Millimeter.

  • Um auf glatten Materialien wie Fliesen einen festen Halt zu haben, sollten Sie die Bohrstelle vorher mit zwei Streifen Malerkrepp markieren. Auf diese Weise rutscht der Bohrer nicht ab. Zum Bohren an der Decke können Sie einen Joghurtbecher auf den Bohrer stecken. Damit vermeiden Sie es leicht, dass Bohrstaub in die Augen gelangt. Um beim Bohren an den Wänden lästigen Bohrstaub zu vermeiden, kleben Sie einfach einen Briefumschlag unter die Bohrstelle.

  • Die optimale Bohrlochtiefe markieren Sie mit einem Streifen Isolierband am Bohrer. So vermeiden Sie ganz einfach zu tiefe Bohrlöcher.