Holzkohlegrill mit Schaschlikspieße

© Pixabay – Schaschlikspieße auf dem Holzkohlegrill

Der Holzkohlegrill ist nicht sonderlich umweltfreundlich, dennoch ist er für viele Grillfreunde das Nonplusultra. Der Rauchige Geschmack und die offene Glut gehören für die meisten zum Grillen einfach mit dazu. Laut Statista grillen rund 50,5 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Sommer pro Monat.

Endlich Sommer – die Sonne scheint und der Grill ist heiß. Rauf mit den Steaks auf den Grillrost und der Genuss kann losgehen. Ein wirklich köstliches Vergnügen, mit der Familie und den Freunden den Duft von gebratenem Fleisch, Fisch oder Gemüse zu riechen und die Köstlichkeiten auch zu genießen. Auch bei Holzkohlegrills gibt es einige Ausstattungs- und Qualitätsmerkmale, die Sie berücksichtigen sollten. Außerdem gibt es eine nahezu unüberschaubare Anzahl an verschiedenen Modellen, zwischen denen man sich entscheiden kann.

1. Die verschiedenen Grill-Formen und Modelle

GrillgutTrichter- bzw. Säulengrills gehören mit zu den beliebtesten Grilltypen in Deutschland. Ihre Säule erzeugt einen Kaminzugeffekt, der die Glut schnell und ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Luft wird dabei über Lüftungsschlitze vom Standfuß her in die trichter- bzw. kreisförmige Oberseite des Grills angesaugt. Grund für die hohe Popularität ist meist auch der günstige Anschaffungspreis.

Immer häufiger wird ein Holzkohlegrill als Kugelgrill gekauft. Dieser besteht aus zwei Kugelhälften, die untere ist mit einem Kohlenrost ausgestattet, auf dem das Brennmaterial aufliegt. Zusätzlich verfügt sie über einen eingebauten Grillrost, eine Auffangschale, einen Aschebehälter und einen Lüftungsschieber. Der Deckel ermöglicht auch das indirekte Grillen und somit ist ein Kugelgrill optimal für das Grillen von großen Fleischstücken geeignet.

Bei einem Koffergrill können die beiden Hälften zu einem Koffer zusammengeklappt werden. Durch die Holzkohle erhält Ihr Grillgut einen leicht rauchigen Geschmack. Der Koffergrill ist leicht zu transportieren, jedoch haben nur die wenigsten Modelle eine Abdeckhaube und sind daher für indirektes Grillen nicht geeignet.

Wenn mal mehr Freunde eingeladen sind, dann ist der Schwenkgrill die beste Wahl. Der Rost bietet mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter reichlich Platz für Grillgut. Es hängt an Ketten an einem Dreibein-Gestell oder einem Galgen. Darunter befindet sich eine große Feuerschale. Der Rost kann leicht zur Seite geschwenkt werden, so ist das Nachfüllen von Grillkohle überaus einfach.

Der Smoker ist seiner Funktionsweise nach eher eine Räucherkammer. Das Grillgut befindet sich auf einem Rost in einer trommelförmigen Rauchkammer. Außen befindet sich die Feuerbox. Der heiße Rauch zieht durch die Rauchkammer und tritt gegenüber durch ein Kaminrohr wieder aus. Der Smoker ist für die Zubereitung größerer Fleischstücke gedacht.

2. Die Vorteile vom Holzkohlegrill

  • Das aromatische Grillgut: Einer der größten Vorzüge ist der typische Grillgeschmack, das unverwechselbare Raucharoma kommt durch die Holzkohle zustande.

  • Ebenfalls überaus vorteilhaft ist der recht günstige Anschaffungspreis. Hier gibt es bereits Einsteigermodelle für knapp 10 Euro.

  • Ein großer Vorteil der Holzkohlegrills ist die riesen Produktvielfalt. Im Endeffekt bleibt es aber wohl eine Geschmacksfrage ob Smoker, Kugelgrill, Säulengrill etc.

  • Der Transport eines Holzkohlegrills ist einfach zu realisieren, wenn man bei den Nachbarn im Garten, im Park oder am See grillen möchte.

  • Der Holzkohlegrill benötigt keine weiteren Energiequellen wie Gas oder Strom.

3. Die Nachteile beim Grillen mit Holzkohle

  • Die unangenehme Rauchentwicklung beim Anzünden der Kohle stört die eigene Lunge als auch die netten Nachbarn von neben an.

  • Wenn Grillfett in die heiße Kohle tropft, entstehen gesundheitsschädliche Dämpfe und nervige Feuer die meist abgelöscht werden müssen.

  • Die Grillreinigung ist relativ zeitaufwendig. Zuerst muss man die verbrannte Kohle abkühlen lassen und dann entsorgen. Die Rückstände vom Grillgut auf dem Grillrost sollten mit einer Stahlbürste entfernt werden.

  • Für ungeübte Griller ist das Halten der richtigen Temperatur meist schwierig. Zu hohe Temperaturen verbrennen Fleisch und Gemüse, bei zu geringen Temperaturen kann das Grillerlebnis schon mal deutlich länger dauern.

  • Beim Grillen mit Holzkohle fallen realativ hohe Folgekosten an. Das ständige Nachkaufen von Holzkohle und ggf. Anzünder ist im Vergleich zu Gas- oder Elektrogrills deutlich teurer.

4. Direktes vs. indirektes Grillen – Das sind die Unterschiede

GrillgutBeim direkten Grillen wird das Grillgut direkt über der Hitzequelle positioniert. Dabei werden hohen Temperaturen von bis zu 270 °C erreicht. Durch die starke Hitze wird das Grillgut scharf angebraten und es bildet sich eine wohlschmeckende Kruste. Die direkte Grillmethode eignet sich sehr gut für Hähnchenbrust und Fischfilets sowie Steaks und Hamburger. Auch Gemüse kann so gegrillt werden. Allerdings kann Grillfett auf die glühenden Kohlen tropfen und gesundheitsschädliche Stoffe erzeugen.

Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut nicht direkt über der Glut, es wird quasi der Deckel des Grillers geschlossen. Die Hitze wird von den Seitenwänden und dem Deckel des Grills abgestrahlt und das Fleisch dabei sanft gegart. Die Kohlen bzw. die Glut wird so angeordnet, dass die Kohle nicht unter dem Grillgut liegt. Indirektes Grillen eignet sich, um größere und dickere Stücke Fleisch zu grillen. Ein Kugelgrill ist für indirektes Grillen z.B. optimal geeignet. Aber auch Smoker garen das Fleisch nach diesem Prinzip.

5. Das Richtige Grillzubehör – Von Anzünder bis Abspülen

Grillen ist eine Kunst. Irgendwie ein Stück Fleisch auf glühende Kohle werfen und Verzehren, das kann jeder. Aber je länger man dabei ist und desto genauer man hinschmeckt, desto mehr Weisheit steigt aus dem dichten Rauch empor. Was braucht man zum Gelingen eines Grillabends? Woran erkennt man fortgeschrittene Grillmeister?

Man muss sich nicht gleich in Unkosten stürzen, damit der Grillabend gelingt. Aber ein paar kleine, kluge Investitionen machen einen großen Unterschied. Auch ein vermeintlicher Billiggrill kann tolle Ergebnisse liefern. Denn fast wichtiger ist, was draufkommt. Bei der Kohle sollte man nicht einfach das billigste nehmen, sondern ruhig einen Euro mehr ausgeben für Stücke oder Bricketts gleichmäßiger Größe ohne Verunreinigungen. Als Anzünder reichen die sicheren, festen Zündhilfen oft völlig aus, die flüssigen brennen nicht nur gut, sondern auch schnell ab. Und so muss auch das unhandliche Stabfeuerzeug nicht unbedingt sein.

5.1. Briketts oder Holzkohle

HolzkohleDie klassische Grillkohle lässt sich schneller entzünden und nach etwa 25 Minuten ist die Glut optimal. Sie wird in der Regel auch heißer, nämlich bis 700 Grad. Holzkohle eignet sich für kurze Grillevents mit Würstchen und Steaks. Ein Nachteil: Die Glut hält nicht sehr wirklich lange an. Anders bei Briketts: Sie brauchen etwa 50 Minuten, bis das erste Fleisch auf den Grill gelegt werden kann. Mit einem Anzündkamin sind die Briketts bereits nach 20 bis 30 Minuten einsatzbereit.

Tipp: Beim Holzkohlekauf sollten Sie auf die Qualität achten. Auf der Verpackung sollte das DIN-Zeichen EN 1860-2 angebracht sein. Holzkohle mit dieser Kennzeichnung wurde nicht mit künstlichem Klebstoff hergestellt und ist frei von Schadstoffen. Außerdem empfiehlt es sich, die gute Entflammbarkeit der Holzkohle und die lange Brenndauer der Briketts zu kombinieren.

5.2. Der richtige Grillanzünder

Zum richtigen Equipment beim Grillen gehört natürlich auch der Grillanzünder. Diesen gibt es in etlichen Formen und Varianten, welche wir nachfolgend kurz erläutern:

  • Anzündkamine: Besser als Pusten, Wedeln oder mit Fön in der Hand Grillen ist ein Anzündkamin. Die schlanken Töpfe werden mit Anzünder und Kohle befüllt, dann muss man runde 20 Minuten lässig daneben stehen, fertig ist die vollständig und gleichmäßig glühende Grillkohle. Diese nutzen den Kamineffekt. Die heiße Luft steigt auf und zieht nach oben ab. Der entstehende Unterdruck wird durch nachströmende Luft ausgeglichen und durch den zusätzlichen Sauerstoff wird das Feuer entfacht.

  • Grillföhn: Klarerweise führt eine erhöhte Luftzufuhr zu schnellerem Brennen von Holz bzw. Glühen von Holzkohle. Grillföhne gibt es entweder als batteriebetriebene Handgeräte, oder es sind Gebläse versehen mit einer kleinen Handkurbel.

  • Heizgabel: Eine Heizgabel versprüht weder Funken noch Asche. Ein Problem der Heizgabel ist aber, dass diese Briketts kaum anzünden kann, da sie weit mehr Hitze brauchen als gewöhnliche Holzkohle.

  • Paraffinwürfel: Chemische Grillanzünder sind leicht entzündlich und brennen auch lange genug, um den Brennstoff anzuzünden. Allerdings können chemische Grillanzünder den Geschmack des Grillguts beeinträchtigen, sodass dieses erst aufgelegt werden sollte, wenn die Anzünder vollständig abgebrannt sind.

  • Flüssiganzünder: Die wohl gängigste Methode, um rasch den Griller anzuheizen, sind Flüssiganzünder. Sobald die Flammen heruntergebrannt sind, hat man eine optimale Glut. Bitte nur Sicherheitsflüssiganzünder zu verwenden. Auf keinen Fall Brennspiritus, Benzin oder andere brennbare Stoffe. Niemals den Flüssiganzünder in die Flammen oder in die Glut gießen.

Beim eigentlichen Grillen ist vor allem eine handliche Zange wichtig. Die muss nicht besonders sein, sollte aber sicher greifen, gut in der Hand liegen und eine Ablagemöglichkeit finden. Wer beim Grillen nicht besonders wild aussehen will, der zieht auch eine Schürze an. Wer sich schnell die Finger verbrennt, kauft sich vorher gute Schutzhandschuhe.

Weber Anzündkamin

5.3. Die Extras: Thermometer, Pinsel, Hölzer

Braucht man mehr für einen gelungenen Grillabend? Nein! Aber einige Dinge bringen vor allem mehr Möglichkeiten auf den Rost. Am ehesten zur Grundausstattung gehört noch ein Thermometer. Wer mit dicken Fleischstücken hantiert oder eine genaue Vorstellung vom perfekt gegarten Steak verfolgt, der sollte über ein Grillthermometer nachdenken. Die gibt es in allen Formen und Farben. Wichtiger als Spielereien wie Thermometer mit Smartphone-App oder Fleischgabeln mit Temperatursensor sind hier die Grundfunktionen: Zuverlässig und schnell sollte das Thermometer arbeiten, dazu nicht viel Platz verbrauchen.

Viele Zubehörteile machen ganz neue Genüsse möglich. Wer sein Fleisch gründlich marinieren will, der sollte die kleine Investition für einen guten Silikonpinsel einplanen. Auch Hölzer haben inzwischen viele Fans. Der Gedanke ist einfach: Ein Stück aromatisches Holz gibt dem Grillgut ein spannendes, rauchiges Aroma. Aber es gibt noch weitere Alternativen zu teuren Smoker-Grills. Räucherboxen lassen sich einfach immer wieder neu mit Hölzern und Kräutern befüllen und so dem Fleisch eine besondere Note geben. Wer nur mal ausprobieren oder Platz sparen will, der kann auch Räucherchips kaufen, die man direkt in die Kohle legt.

Wer Fisch oder unhandliche Fleischstücke grillen will, der sollte einen Fischbräter oder andere Grillkörbe in Erwägung ziehen. Spieße sind ein Klassiker – mehr Freude als splitternde Holzgräten machen aber Spieße aus Edelstahl. Und wer Kinder mit dabei hat, der kann einen unhandlichen, aber unschlagbaren Gimmick zücken: Popcornpfannen. Die großen, zuklappbaren Pfannen mit Atemlöchern machen erstklassiges Popcorn. Sie sind aber mit ihrer Größe und ihrem Gewicht eher für den Garten geeignet, als für den Stadtpark.

Grillzubehör

5.4. Häubchen und Döschen

Steht der Grill an einem festen Ort im Garten? Dann sollte man ihn vor dem Wetter schützen, indem man eine passende Haube dafür anschafft; wenn er nicht schon einen wasserfesten Deckel besitzt. Das richtige Verpacken und Präsentieren des Grillguts ist nicht jedermanns Sache, trägt aber viel zum Gelingen des Grillabends bei.

Wer nicht daheim im Garten grillt, der sollte ruhig über gutes, stabiles Plastikgeschirr nachdenken, dass daheim in die Spülmaschine passt. Genuss beim Schneiden bereiten nur scharfe Messer. Standesgemäß transportieren kann man die daheim marinierten und vorbereiteten Grillstücke am besten in stabilen Kunststoffdosen.

5.5. Nach dem Grillen

Es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt, als einen verklebten, verrußten Rost. Wer den Grill wirklich einsatzbereit halten will, der muss nicht nur spätestens am nächsten Tag zum Reinigen anrücken, er braucht auch das richtige Werkzeug. Gummi- oder Arbeitshandschuhe und eine gute Bürste sind Pflicht. Bequemer wird es mit elektrischen Bürsten – aber mit reichlich Seifenwasser und ein wenig Zeit putzt es sich auch analog gut.

Und bevor es dann wieder losgeht? Der beste Zeitpunkt, über Grillzubehör nachzudenken, ist nach dem Grillen und nicht davor. So hat man noch besser im Kopf, was nicht so gut geschmeckt, was nicht sauber funktioniert hat. So hat man Zeit, das beste Zubehör zu kaufen und nicht den Schrott, der gerade im Wühltisch lauert. Und so hat man vielleicht auch die Zeit, ein gutes Grillbuch zu lesen – zu dem Thema gibt es inzwischen nämlich allerlei Ratgeber und Grillbibeln, die inspirieren und Appetit machen.