Die Aufregung um eBooks hält an. Der Umsatz explodiert. Mehr und Mehr Geschichten von erfolgreichen Selfmade-Autoren machen die Runde. Goldgräberstimmung bricht aus. Da müsste man mitmachen! Aber wie geht das? Recht einfach. Nur das reich werden ist etwas schwieriger. Wir klären die Grundlagen.

Wie man ein Buch schreibt

Natürlich sind auch eBooks nichts anderes, als Bücher auf einem neuen Lesemedium. Alles, was für das Schreiben eines Buches galt, gilt also weiterhin: Es ist zähe, harte Arbeit. Man muss gut sein. Man muss sich in seiner Nische hervorragend auskennen, am besten selbst viel lesen. Man muss etwas zu sagen haben. Man muss die richtige Balance finden: Selbstkritisch mit dem eigenen Text umgehen, aber produktiv schreiben. Am besten feste Ziele setzen, um sich nicht zu verzetteln.

Für das eigentliche Schreiben kann man im Grundsatz jedes Text-Programm nehmen. Besser, als in Word einfach drauflos zu tippen, sind aber spezielle Anwendungen wie Papyrus Autor und Scrivener. Beide kosten Geld – aber sparen auch viel Zeit. Sie helfen beim Strukturieren eines Buches, bieten wichtige Hilfestellungen. So kann Scrivener etwa verschiedene Versionen eines Dokumentes verwalten und macht so die Überarbeitung von Entwürfen leichter. Der Papyrus Autor überzeugt mit starker Einbindung der Stil- und Grammatikkorrektur von Duden.

Soll das Buch professionellen Maßstäben genügen? Dann müssen Sie sich ernsthaft mit Cover und Lektorat auseinandersetzen. Sind Sie kein professioneller Grafiker, dann ist es sehr schwer, ein stimmiges Bild mit passend gestaltetem Text zu basteln, das in verschiedenen Farben, in Schwarzweiß und Farbe gut aussieht. Und falls Sie glauben, Sie bräuchten keinen externen, professionellen Korrekturleser, dann irren Sie wahrscheinlich – oder sind ein Ausnahmetalent. Einige Hundert Euro kostet das Lektorieren eines Buches auf dem freien Markt mindestens.

Wie man ein eBook daraus macht

Für eBooks gibt es bestimmte Dateiformate. Anwendungen wie Scrivener können ein Dokument auch direkt lesefertig ausgeben. Aber für die Detailarbeit gibt es auch tolle Software. Und die ist sogar gratis! Mit Calibre können Sie gängige Text- und eBook-Formate in andere gängige eBook-Formate umwandeln. Mit Sigil lassen sich wichtige Feineinstellungen vornehmen. Das ist allerdings schnell etwas kompliziert.

Mit Sigil können Nutzer einem eBook unter die Haube schauen. Was sie da sehen, wird aber vor allem Laien zuerst abschrecken. Das muss nicht sein. Generell gilt:

  • Gute Bücher gehen ohnehin sparsam mit Formatierungen um. Haben Sie sich optische Spielereien verkniffen, können Sie den Text des Buches Kapitel für Kapitel in ein neues Sigil-Dokument hinein kopieren.

  • In Sigil lässt sich der Text einfach formatieren. Wenn Sie nur kryptischen Code sehen, müssen Sie in die einfache Voransicht der Formatierung wechseln.

  • Und schließlich sind auf der Sigil-Webseite Nutzerforen und Tutorials verlinkt.

Wie man es veröffentlicht

Schaut man sich die Marktanteile deutscher eBook-Anbieter an, wird klar: Ohne Amazon geht es nicht. Schätzungen gehen auseinander – auf jeden Fall hält der Riese aber über die Hälfte des deutschen eBook-Marktes. Auch Thalia, Weltbild und Apple sind wichtige Mitspieler. Kleine und kostenlose Anbieter tummeln sich ebenfalls auf dem Markt, sollten aber vor allem als Versuchsballon für die erste Eigenveröffentlichung dienen. Denn hier ist das maximal erreichbare Publikum vergleichsweise klein.

eBook-Anbieter im Vergleich

Amazon macht einen guten Anfang: Das Kindle Direct Publishing-Programm macht es wirklich verblüffend einfach, ein Buch auf den Marktplatz zu werfen. Datei Hochladen, Titelinfos eingeben, Preis festlegen – fertig. Im Korridor von knapp 3 bis 10 Euro zahlt Amazon dann 70 Prozent Tantiemen – für gedruckte Bücher ein unvorstellbar hoher Wert.

Die meisten großen eBook-Anbieter bieten ebenfalls mehr oder weniger einfache Lösungen für das Herausgeben eigener Bücher. Wir empfehlen allerdings, sich nach und nach an die Materie heranzutasten: erst einmal auf einer Plattform veröffentlichen, erleben, was alles schief geht, und dann für das nächste Buch aus den Fehlern lernen.

Wer viele kleine Shops bespielen möchte, der kann sich auch an einen Distributor wenden, der den Service in die Hand nimmt – allerdings auch ein paar Prozent der Einnahmen verschluckt.

Wie man damit reich wird

Wie verdient ein Buch Geld? Von den zwei wichtigsten Voraussetzungen hat man nur eine in der Hand: Qualität und Glück. Als Autor braucht man Hartnäckigkeit, Kritikfähigkeit und ein dickes Fell. Um Öffentlichkeit zu finden, kann man aber auch ein wenig nachhelfen.

  1. Starten Sie Aktionen!

    Verschenken Sie Bücher für einen kurzen Zeitraum oder senken Sie den Preis. Das macht bekannt und schafft Anreize bei unentschlossenen Lesern.

  2. Suchen Sie Kritik!

    Gehen Sie zu Lesezirkeln, beteiligen Sie sich in Literaturforen, fragen Sie auch Freunde offen um Rat. Lernen Sie, Kritik Ernst, aber nicht persönlich zu nehmen.

  3. Trommeln Sie online!

    Ein Facebook-Konto, ein persönliches Blog oder eine Webseite zum Buch macht alleine nicht den Unterschied aus. Aber erstens trainieren Sie damit Eigenwerbung, zweitens werden Sie für Neulinge leichter zu finden, für Fans besser zu verfolgen.

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