E-Reader sind das Gadget für alle. Sie sind klein, leicht, einfach und zuverlässig. Auch, wenn die Schwiegermutter immer vergisst, die Batterien der Digicam aufzuladen; auf den E-Book-Reader kann sie sich verlassen. Dazu ist die Bedienung bei vielen Modellen ein Kinderspiel. Trivial ist die Entscheidung für einen bestimmten Reader trotzdem nicht. Bevor die große Lektüre beginnt, sollten Sie diesen Ratgeber wenigstens überfliegen.

Tablet-PC vs. E-Book-Reader

Tablet-PC vs. E-Book-ReaderVor dem Kauf eines E-Book-Readers kommt die Entscheidung, ob man überhaupt einen haben will. Denn Tablet-PCs sind eine sehr beliebte, starke Alternative. In dem nur etwas größeren 7-Zoll-Format bekommt man sie zu vergleichbaren Preisen, wie reine E-Reader. Sie können im Netz surfen, können allerlei Apps darstellen, und sie sind hervorragende Multimediaplayer für unterwegs. Das ist gerade für Menschen ein Plus, die auf langen Zugfahrten oder im Urlaub nicht nur ein Buch lesen wollen.

E-Book-Reader haben allerdings ein paar wichtige, knackige Vorteile. Sie sind leichter, da in ihnen weniger Technik steckt. Die Batterie hält länger, weil sie weniger leisten müssen. Der Unterschied ist größer, als viele ahnen: Das E-Book-Reader mit einer Akkuladung monatelang durchhalten, ist nicht ungewöhnlich. Auch bei ausdauernden Tablets ist nach dem einen oder anderen Tag Schluss. Und reine Reader sind viel einfacher zu bedienen. Gerade ältere Verwandte sind auch von einem Tablet oft noch überfordert.

Das richtige Display: E-Ink und LCD

Die zentrale Entscheidung zwischen Reader und Tablet ist eigentlich die zwischen zwei Bildschirmtechniken. E-Book-Reader arbeiten meist mit sogenannten E-Ink-Displays, also mit „elektronischer Tinte“. Tablets nutzen in aller Regel LCDs, also dieselbe Bildschirmtechnik, die auch in PC-Monitoren und Flachbildfernsehern steckt.

  • E-Ink-Displays

    sehen wirklich aus, wie bedruckt. Das ist kein Werbeversprechen! Die Anmutung wie Papier bringt Vor- und Nachteile mit sich. E-Ink verbraucht nur Strom, wenn umgeblättert wird, also wenn sich der Inhalt einer Seite ändert. So kommen die überlegenen Akkulaufzeiten zu Stande. Bei Licht lassen sie sich genau so gut lesen, wie Papier. Immer noch gibt es E-Ink-Displays, die selbst nicht leuchten, die man im Dunkeln also gar nicht lesen kann. Aber die populärsten Modelle besitzen ein zuschaltbares Licht. Für komfortables, ermüdungsfreies Lesen ist E-Ink also der einsame Spitzenreiter.

  • LC-Displays

    lassen sich bei normalem Raumlicht ebenfalls gut lesen, bei stärkerem Lichteinfall sind sie aber nie besonders bequem zu entziffern. Sie fressen deutlich mehr Strom. Dafür aber können sie auch viel mehr. E-Ink kann meist überhaupt keine Farbe, LCD kann das selbstverständlich. Video, jede Form von Multimedia fühlt sich hier zu Hause. Reader oder Tablets mit LCD sind also besser, wenn nicht nur gelesen werden soll.

Die unterschiedlichen Dateiformate

Kindle Paperwhite 2015Eine der nervigsten Hürden für unbedarfte Einsteiger ist der Formatsalat bei verschiedenen Readern. Zwei Formate nehmen eine zentrale Bedeutung ein. Wer sich genauer informieren möchte, kann das in unserem separaten Ratgeber. Das eine kommt vor allem von Amazon, das andere vom Rest der Welt.

  • AZW

    wird von Amazons eigenen Kindle-Readern unterstützt. Für andere Tablets und Smartphones gibt es allerdings auch eine Kindle-App, mit der das Format gelesen werden kann. Im Klartext können deswegen Kindle-Reader auf direktem Wege nur bei Amazon einkaufen, und markenfremde Reader nur woanders. Auch das ältere, inzwischen unwichtige MOBI-Format gehört zu Amazon.

  • EPUB

    ist überall sonst der Standard für E-Book-Reader. Die meisten anderen Onlineshops setzen auf EPUB. Für technisch weniger ambitionierte Kunden spielt hier Thalias Tolino-Marke noch eine Hauptrolle. Die Tolinos sind nämlich direkt und einfach an den Thalia-Shop angebunden, der Kauf neuer Bücher klappt auch hier direkt vom Reader aus, ohne Schritt über den Computer. Aber das Format wird grundsätzlich von allen Readern unterstützt.

  • EPUB-DRM

    Bei anderen Readern und anderen Onlineshops müssen Sie beachten, ob „Adobe DRM“, ein gängiger Kopierschutz, unterstützt wird. Das ist in aller Regel der Fall. Je nach Reader-Modell und Shop-Anbindung ist dann allerdings noch ein Extraschritt vonnöten: Das E-Book muss am PC gekauft und mit der Adobe-Software auf den Reader geschickt werden.

  • PDF

    ist ein Format, mit dem sich auch komplexe Druckseiten darstellen lassen – nicht nur Text. Für Leser von Zeitschriften und von Comics ist das Format zentral wichtig. Grundsätzlich unterstützen die meisten E-Book-Reader PDF, wer die Seiten aber angemessen groß und in Farbe sehen will, landet schnell wieder bei Tablets.

Wichtige Ausstattungsmerkmale

Kindle Paperwhite 2015Sind die Grundsatzentscheidungen getroffen, stehen in aller Regel immer noch ein paar Modelle zur Auswahl. Jetzt können Details auf dem Datenblatt den Unterschied machen. Kurz erklärt:

  • Größe – hier gibt es nur noch kleine Unterschiede. Die meisten E-Book-Reader setzen auf das handliche 6-Zoll-Format, vergleichbar mit einem Taschenbuch. Bei der Dicke der Bildeinfassung und des Gehäuses gibt es Unterschiede. Hier ist weniger nicht immer besser! Der Reader muss im Endeffekt gut in der Hand liegen.

  • Gewicht – hier ist weniger tatsächlich besser. Schließlich will man einen E-Book-Reader stundenlang ermüdungsfrei in einer Hand halten.

  • Bedienung – Touchscreen oder Tasten? hier werden noch ganz unterschiedliche Ansätze unterstützt, und unterschiedlich gut umgesetzt. Wer nicht selbst im Handel ausprobiert, sollte Erfahrungsberichte und Fachtests studieren.

  • Beleuchtung – Einige Reader bieten inzwischen zuschaltbare Beleuchtung, wenige Modelle erkennen gar automatisch, ob es dunkel wird und schalten sie zu. Für alle, die Reader mit auf Reisen nehmen und an unterschiedlichen Orten lesen, ist die Beleuchtung ein lohnender Bonus.

  • Notizen – Wer Bücher nicht nur verschlingt, sondern studiert, der achtet auf nützliche, einfach zu nutzende Notizfunktionen.

  • Wörterbuch – Viele E-Book-Reader erlauben das schnelle Nachschlagen durch schlichtes Antippen eines Wortes. Toll für schwere Lektüre, aber auch für fremdsprachige Bücher.

  • Speicherkapazität – Fast immer passen „tausende Bücher“ auf einen Reader. Wer aber ganze Sammlungen mitführen will, oder auch PDFs auf den Reader lädt, der sollte auf die Kapazität achten. Einige Hersteller bieten auch kostenlosen Onlinespeicher für die Sammlung dazu.

  • Speichererweiterung – auch praktisch: Einige E-Book-Reader bieten einen Steckplatz für kleine, günstige und sehr geräumige Speicherkarten.

  • Akkulaufzeit – Gerade E-Ink-Reader trumpfen hier auf. Aber es gibt schon noch gewichtige Unterschiede. Und wer das Ladegerät beim Urlaub zu Hause lassen will, der sollte schon vergleichen.

  • WLAN – Toll, um daheim Bücher zu kaufen, ohne je den PC einzuschalten.

  • Mobilfunk – noch besser, um überall Bücher zu kaufen, auch für Nutzer ohne PC. Die Datenkosten werden je nach Hersteller auch vom Verkäufer getragen.

  • Audio – Einige Reader unterstützen auch gleich Hörbücher. Das ist komfortabel, frisst allerdings auch Akkulaufzeit und Speicherplatz.

Sie sehen: Es gibt viele Faktoren, die man beim E-Book-Kauf berücksichtigen kann. Die Entscheidung ist für viele Kunden aber ganz einfach. Nach den anfänglichen Grundsatzfragen bleiben oft nur eine handvoll Modelle übrig, die wirklich in Frage kommen. Dann entscheidet oft der Preis. Und der ist bei E-Book-Readern meist angenehm niedrig.